• Bevor ich mich auf’s Ohr haue

    Ich dachte, warum nicht auch mal nach Mitternacht einen kurzen Blog im Internet absetzen? Über’s Wochenende komme ich eh nicht dazu. Meine Trainerlizenzen laufen zum Jahresende aus, wenn ich nicht für jede Lizenz je 15 Std. Weiterbildung in einem Zeitraum von 4 Jahren nachweisen kann. Und wie den meisten Trainern geht es mir auch. Oh Schreck, die 4 Jahre sind schon wieder rum. Also muss ich an diesem und nächsten Wochenende zur Weiterbildung. Man muss ja schließlich am Ball bleiben. Morgen früh geht es also los, mit Übernachtung im Schulungsgebäude vom Landessportbund. Ich muss früh aus den Federn. Aber deshalb früher einschlafen kann ich auch nicht. Mal schauen, vielleicht lese ich noch so lange, bis mir die Augen zufallen.

  • wo bleibt der Held?

    Dieser Sonntag war für mich der Tag der absoluten Ruhe. Na gut, zwei Märchen im TV habe ich mir heute angesehen. Ich liebe Märchen immer noch. In den Märchen geht es zwar wie im richtigen Leben auch dramatisch zu, weil halt das Böse den Handlungsstrang übernimmt. Aber dann übernimmt das Gute den Handlungstrand und das Böse wird vom Helden für immer vertrieben. Als Zuschauer kann ich mich dann entspannt zurück lehnen und das gute Gefühl auf mich wirken lassen, was das gute Ende des Märchens mir beschwert hat.

    Wohl jeder wünscht sich ein gutes Ende. Ein gutes Ende des Tages, der Woche, des Jahres oder einer Krise. Doch das reale Leben ist kein Märchen. Die Dramen, deren Handlungstränge z.Zt. die falschen Helden in der Hand halten, halten schon viel zu lange an. Und wenn die Dramen sich dann noch überlagern, fällt es einem schwer, überhaupt noch an ein gutes Ende zu glauben und man seht sich nach der „guten alten Zeit“ zurück.

    Aktuell werden wir im unserem geschützten Raum der Demokratie massiv von Dramen und Krisen geschüttelt. Ich mache mir jetzt nicht die Mühe, sie alle aufzuzählen. Ich fasse einfachauf ein Wort zusammen, wir leben zur Zeit im Dauerkrisenmodus. Unsere Nerven unterliegen dem Dauerstress der hämmernden Negativ-Nachrichten. Ich frage mich, wohin das führen soll? Die Dauerkrisen rauben nicht nur den jungen Menschen die Zukunftsvisionen.

    Die Demos der jungen Leute am letzten Samstag waren daher wichtig und notwendig, denn schließlich wird ihr zukünftiges Leben durch die nicht enden wollenden Krisen überschattet, in deren Kern die Neuordnung der Welt liegt, Um diesem Kern rotieren die Krisen. Es muss sich für die jungen Menschen wie ein aufkommender Tornado anfühlen, der alles mit sich reißen wird, berühren die Rüssel erst den Boden.

    Im Märchen wäre an dieser Stelle schon längst ein Held aufgetaucht oder vielleicht wäre sogar ein Antiheld ins Geschehen eingetreten. Als Märchenerzähler hätte ich ihn schon längst auf eine einsame Heldenreise geschickt. Aber die reale Welt hat aktuell solch einen echten Helden nicht zu bieten. Es ist noch niemand da, der das Böse wirklich schlagen kann, dass ich bevorzugt von Dummköpfen nährt, um zu wachsen. Wir Menschen in der realen Welt haben uns das Leben noch nie leicht gemacht. Nun kommt noch dazu, das der eine dem „hüüh“ folgt und der andere den „hott“ folgt. Die Menschen gallopieren auseinander, wie aufgescheuchte wilde Pferde. Warten sie auf die Peitsche?

    Ich Halte hoffnungsvoll Ausschau nach dem Helden, der die Menschen in eine friedvolle Zukunft leiten kann.