Nachgedacht

Es gibt so vieles, worüber ich lange nicht mehr nachdachte. Das Nachdenken über das Leben ist mir in den letzten Jahren abhanden gekommen. Genauer gesagt….über das Leben denke ich schon nach, aber nicht mehr über mein Leben. Deshalb fragte ich mich schon lange nicht mehr, welche Träume und Sehnsüchte ich noch habe. Vielleicht sollte ich in meinem Alter gar keine Sehnsüchte und Träume mehr haben. Alles hat sich abgeklärt, auch der Hunger nach Leben, wie ich ihn in jungen Jahren spürte.

Wie komme ich überhaupt auf die Idee, über meine Sehnsüchte nachzudenken ? Ich habe sie als etwas unkontrollierbares in Erinnerung. Ein Gefühl. das mich beherrschte, wie einen inneren Sog in ein unsichtbares Nichts.  Etwas nicht fassbares, was mich beherrschte und das über längere Zeit. Ich war froh, als die Sehnsüchte sich in den Hintergrund meines Lebens verzogen. Sie wollten oder konnten mich kaum noch beeinflussen. Für mich war „Sehnsucht“ immer ein kitschiges Wort, das ich in meinem Wortlaut kaum benutzte. Kitschig und schmalzig, wie ein Schlager, der vor Sehnsucht nur so trieft.

Aber heißt es dann, dass es sie für mich nicht gibt ?

Das in mir keine Sehnsucht mehr schlummert? Nach irgendwas, was man eigentlich nicht fassen kann?

Sehne ich mich nach Ruhe und Frieden oder doch lieber nach Abenteuer?

Ich würde rational für mich jetzt ganz spontan für Abenteuer entscheiden. Das wäre eine gute Idee, die wieder Leben in mein Leben bringt.

Comments

2 Kommentare zu „Nachgedacht“

  1. Avatar von FlotterBlogger

    ch danke dir für deinen netten Kommentar.

    Ein Wort wie Sehnsucht ist eben nicht nur ein Wort, sondern mehr, etwas, was wohl im Herzen liegt.

    Ich denke, ich sehne mich auch nach Abenteuer. Mein Leben ist ausgerichtet, jedoch läuft es fast nur auf eingleisigen Spuren. Kaum ein Nebengleis, was ich erhalten habe und diese sind wahrscheinlich schon in einem schlechten Zustand oder gar verfallen.
    Etwas Neues anfangen, der Sehnsucht folgen…so sollte es sein. Aber welche Sehnsucht in mir schlummert, das weiß ich eben nicht. Ich spüre zur Zeit an dem Platz nur etwas dumpfes, was mich zwingt, darauf zuschauen…

  2. Avatar von Gedankengischt

    Danke für den schönen Text. Sehnsucht schlummert, denke ich, in jedem. Und in dem Moment, in dem man endlich mal wieder anfängt, über sich selbst nachzudenken, stolpert man über sie.
    Doch dazu braucht man den Focus auf sich, nicht auf der Großen Welt. Die drängt sich zu gern vor diese Gedanken.
    Auch mir ging es so, dass ich lange über alles Mögliche nachgedacht habe, nur nicht über das Wesentliche, über mich. Damit lässt man sich schon auf das erste große Abenteuer ein. Ich habe das nie bereut. Das Leben ist bunter geworden seitdem.

Schreibe einen Kommentar