Unverwechselbar

“Sechszehn Schonsteine stützen den Himmel über der Stadt, höher aufragend als die höchsten Türme ringsum,  sechszehn Fabrikschlote, in einer Reihe, stabgrau und stel, wie sie nirgends noch einmal in Deutschland zu finden sind. Tag und Nacht wälzt sich der Qualm sich der Qualm aus den sechszehn Essenschlünden, Tag fr Tag. Er schwärzt im Winter den Neuschnee auf den Äckern, rußt im Frühling über die weißen Blüten der Kirschblütenzeilen  an den Chausseen, trübt sogar im Herbst noch die novemberdunklen Flüsse und umflort im Sommer die heiße gelbe Sonne.

Wenn der Wind von Westen herüberweht, was nicht selten geschieht, dann drückt er den Rauch der Fabriken in die Straßen der Stadt……………….”

Eine grandiose Bildersprache, finde ich.  Diese Sätze leiten das Buch “Spur der Steine “ ein.

Über 900 Seiten beschreibt der Buchautor Erik Neutsch das Abenteuer Wirtschaft während der 60iger Jahre in der damaligen DDR.

In der Bauwirtschaft spiegelte sich nicht nur damals die schwierige Wirtschaftslage der DDR wieder, diese hielt bis zu ihrem Untergang an.

Im Film schlüpfte Manfred Krug in die Rolle des Brigadeleiters Hannes Balla,  gab ihm damit ein unverwechselbaren Charakterzug, den er später in den zahlreichen Rollen, die Manfred Krug  spielte, einen ähnlichen Anstrich gab, immer spaßig, immer gut drauf.
vollbildaufzeichnung-05-11-2016-120625-bmpUnter anderem übernahm auch die Rolle des Gegenspielers Stephan von “Daniel Druskat”. Weitere Hauptrollen übernahmen u. a. auch Hilmar Thate  und Ursula Karruseit.  Das war eine Miniserie und wurde nur im Fernsehen gezeigt.

Dieser Fernsehfilm wird heute kaum erwähnt, während die “Spur der Steine “ ganz oben auf der Liste steht, wenn über Manfred Krug gesprochen bzw  geschrieben  wird. Der Film wurde kurz nach seinem Erscheinungsjahr verboten. Ich bemerkte es damals gar nicht, denn ich sah den Film mehr als einmal im TV. Ich erinnere mich, er lief sogar sehr häufig am frühen Nachmittag. So ab 14.30 Uhr bis 16.00 Uhr wurde vom Fernsehen der DDR ein Testprogramm ausgestrahlt, darunter war auch der Film “Spur der Steine” ich hatte mich sozusagen satt an dem Film sehen können und erfuhr erst nach der Wende, dass man den Film  bis dato unter Verschluss hielt. Ich konnte mir auch nicht mal verstellen, warum man das tat. Zeigte der Film doch, wie es täglich in der Arbeitswelt von damals aussah.

Für mich war Manfred Krug damals ein Schauspieler, der alle Rollen, die er spielte, mit seinem individuellen Leben ausfüllte und damit war er für mich immer unterhaltsam.  Er hatte immer was von Mannskerl mit Badboy Image. Er hatte immer etwas rebellisches an sich und das mochte ich . In den Rollen, wie im Leben und letztes wurde ihm dann ja auch zum Verhängnis und seine damalige Heimat fuhr  die Krallen aus, bis er keinen Ausweg sah und das Land verlassen wollte,w eil er musste. Ich war erschüttert, dass unser Land einen so grandiosen Schauspieler einfach ziehen lies. Heute weiß ich, das damit der Anfang vom Ende der DDR eingeleitet wurde.

Wenige Wochen nach dem Tod von Hilmar Thate verlies auch Manfred Krug die irdische Welt. Dabei dachte ich, ein Kerl, wie ein baum, wie er für mich immer war, wird ewig leben. Ewig leben wird er in seinem Filmen, die er im Laufe seines Lebens dreht und damit hinterlässt er seiner Fangemeinde ein großes Erbe. Ich zähle mich auch zu seiner Fangemeinde und werde ihm noch lange nachtrauern, schließlich war mit seiner Unterhaltung ein Teil meines Lebens.

Comments

3 Kommentare zu „Unverwechselbar“

  1. Avatar von kowkla123

    einer meiner Lieblingsschauspieler, schönen Samstag wünsche ich

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Klaus, ich denke, viele werde in vermissen. Im Film und Fernsehen sah man ihn während der letzten Jahre weniger, aber singend trafen ihn seine Fanszene der Bühne bis zum Schluss.
      Ich wünsche dir auch einen schönen Samstag
      LG Ostseemaus

      1. Avatar von kowkla123

        schönen Sonntag

Schreibe einen Kommentar