Ich war wieder einmal unterwegs, von irgendwo nach nirgendwo. Eine Reise per Bahn und U-Bahn und zahlreichen Umsteigern. Um zum Bahnsteig der nächsten U-Bahn zu kommen, musste ich mit einer Rolltreppe in die Tiefe fahren. Auf dem Bahnhofsgelände sind wie gewohnt viele Menschen unterwegs. Manchen sind angekommen, andere gehen auf Reise und andere wieder, wie ich, sind nur auf einer Zwischenstation.
Auf diesem Bahnhof wurde wie auf jeden Bahnhof für Produkte geworben. Jedoch nicht so, wie man es sonst von großen Bahnhöfen kennt, also mit riesigen Plakaten, die gegenüber der Bahnsteige angebracht worden sind. Nein, dieser Bahnhof hatte die altmodische Plakate durch Bildschirme ersetzt, die wie man es von heimischen Fernsehern kennt. Bewegte Werbung, so weit mein Auge reichte. Für meinen Geschmack wurde damit maßlos übertrieben, denn es gab keine Freiflächen mehr. Von den Wänden flimmerte es in allen Schattierungen, jedoch herausragend war blaues flimmerndes Licht. Die Anzahl der bläulich flimmernden Bildflächen nahmen zu, je tiefer ich mit der Rolltreppe in den Untergrund fuhr. Das war wirklich sonderbar. In welcher Stadt war ich denn gelandet? Ich wollte nur umsteigen, mehr nicht. Nun fand ich vor lauter flimmerndes blaues Licht der Bildschirme den Bahnsteig nicht mehr. Es blendete mich so sehr, dass ich den Blick abwenden musste. Aber auch das reichte nicht, ich musste mich aus dem Staub machen und vor dem Lichtermeer flüchten. Die Augen waren fest geschlossen und ließen sich kaum noch öffnen.
Doch dann gelang es mir doch und ich öffnete mit der letzten Kraft meine Augen. Ich sah mich um und fand mich im Schlafzimmer in meinem Bett wieder. Ach herje..ich hatte geträumt und was für ein Traum. Blaues flimmerndes Licht, das mich blendet, bis ich Reißaus nehmen musste. Aber ich brauchte nicht fliehen, ich musste nur die Augen öffnen . Die Augen sind geöffnet, ich bin wach, ich bin hellwach und mein Schlafzimmer ist in blau und wild flimmerndes Licht getaucht. Oder träumte ich doch noch?
Nein, ich träumte nicht. Ich sah aus dem Fenster, wollte wissen, was mitten in der Nacht mein Schlafzimmer mit wilden Licht überflutet. Ich traue ich meinen Augen kaum. Ein Konvoi Feuerwehrautos inklusive Krankenwagen haben sich vor unseren Haus aufgebaut. Sie werden schon eine Weile unter meinen Fenster gestanden haben. Zum Glück sehe ich kein Feuer mehr, zum Glück stehen die Feuerwehrmänner 2 Hausnummern weiter. Also muss ich nicht im Nachthemd auf die Straße, um mein nacktes Leben zu retten. Die Feuerwehrmänner stehen auch gleichmäßig verteilt und ruhig neben ihren Fahrzeugen. Vielleicht war es nur ein kleines Feuer und niemand war gefährdet.
Ich sah auf die Uhr, es war erst 2 Uhr. Legte mich wieder schlafen. Wenig später verschwand das wild flimmernde Licht der Feuerwehrautos, es wurde wieder dunkel in meinem Zimmer. Mit dem dumpfen Geräusch von zuschlagen der Fahrzeugtüren schlief ich wieder ein.
Am Morgen hatte ich den Vorfall fast schon wieder vergessen. Für die Stoßlüftung öffnete ich das Fenster im Schlafzimmer, als schon wieder ein Krankenwagen vorfuhr. Und wieder war die Haustür weit geöffnet, in der letzte Nacht die Feuerwehrmänner standen. Da hat es vielleicht bei jemand Nachwirkungen gegeben.



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