Ich hätte nie gedacht, dass man sich gesellschaftlich wieder und wieder mit dem Nazigeist auseinander setzen muss. Als junges Mädchen besuchte ich mit meiner Schulklasse zusammen das KZ Sachsenhausen. Ich stand an dem Platz, an dem Menschen vor Jahren noch wie Ratten getötet wurden. Ich konnte nicht begreifen, dass Menschen zu solchen Monstern werden können, wenn sie die absolute Macht über Menschen haben, deren Geist sich nicht mit ihrem deckt. Noch heute verbinde ich den Nazigeist mit diesen Gräueltaten.
Selbst für das Einsetzen der Links, die ich in meinem Betrag verwende, kam mir der eiskalte Schauer erneut über den Rücken. Ich konnte die Texte nur anlesen, mehr ging nicht und ich hoffe heute wie damals, dass solche babarischen gesellschaftlichen Zustände nie wieder in unser Leben Einzug halten können. Weder in meinem, noch in dem Leben meiner Kinder und Kindeskinder und KindeskindesKinder und und und..
Doch dieser gefährliche Nazigeist – ich beschrieb ihn im ersten Absatz mit seinem schlimmsten Auswüchsen – will wieder wahrgenommen und gesellschaftlich akzeptiert werden. Die Demokratie erlaubt es ihnen auch per Gesetz. Jeder darf seine Meinung sagen und zeigen. Uns so war es gestern wieder mal in Rostock.. Wieder riefen die AfDler zu einer Demo und Kundgebung im Stadtzentrum auf aber zeitgleich wurde zu einer Gegendemo aufgerufen.

Als ich am Nachmittag im Stadtzentrum eintraf, wurden alle Sicherheitsmaßnahmen schon 2 Stunden vor Beginn der Demonstrationen schon eingeleitet. Polizeitautos und Polizei wohin das Auge schaut.

Ein Ausnahmeszustand in der belebtesten Einkaufstraße von Rostock und das am Samstag. Die Händler finden das politische „Spektakel“ gar nicht mehr lustig. An den Wochenenden werden 60 % des Monatsumsatzes gemacht. Und wenn an Tagen wie gestern die Kröpeliner Straße zur Hälfte am Rand des Einkaufsstraße nur ein schmaler Weg bleibt und der Wechsel auf die andere Seite wegen aufgestellter Zäune nicht möglich ist, dann ist auch bei den Händeln der politische Geist verschwunden. Ich denke, das muss auch nicht sein. Rostock ist eine große Stadt und an weniger belebten Plätzen würden die Händler nicht Not leiden müssen.

Am anderen Ende der Einkaufstraße trafen sich die Gegendemonstranten unter dem Motto. „„Weiter geht’s – für ein solidarisches Rostock!” und zogen gemeinsam Richtung Rathaus.


Es ist beruhigend zu wissen, dass die demokratisch denken Menschen fast immer in der Überzahl sind.


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