Der „Papst“

„Was, du kennst die alte urige Kneipe nicht?“ Nein. Sohnemann kannte sie noch nicht. Ich erzählte ihn von den urigen Kneipen, die Bo. ab und an in seinem Blog zeigt. Wir waren grade unterwegs zum Stadthafen, als wir drüber sprachen. Wir wollen nach dem Essen in der Stadt den sonnigen Dienstag nutzen und am Stadthafen Richtung Heimat zu gehen. Da dem Gespräch erinnerte ich mich an eine alte Seemannskneipe, die es schon 150 Jahre in Rostock gib „Zur Kogge“.

Ich war auch schon seit 10 Jahren nicht mehr da und weil die „Kogge“Q auf unseren Weg lag, zog es Sohnemann, wie sollte es auch anders sein, in die unbekannte urige Kneipe. Eine alte urige Kneipen, da leuchten seine Augen und nun, wo er von ihr erfahren und einen freien Tag hatte, wollte er die „Kogge“ unbedingt auch von innen sehen. Also lies ich mich überreden und ging mit. Die Kogge erinnertne mich noch einmal an meinen verstorbenen Ex-Mann der viele Jahre dort als Koch arbeitete.

Schon an der Eingangtür wurde man auf die Historie hingewiesen – anno 1856

Ein altes ehrenwertes Haus, dass seiner Gründung schon sehr viel gesehen und erlebt haben musste. Die Inneneinrichtung wurde wie eine Kogge gebaut, mit Ober- und Unterdeck. Wir nahmen im Unterdeck Platz. Wer da wohl alles schon ein und ausgegangen sein muss?

Alte Erinnerungsfotos zeigen den Besuchern, wie man es sich damals in der Kogge gut gehen lies.

Das bekannteste und älteste Inventar, der Tresen. Den gibt es schon seit 1859 und ist für jeden, der die Lokalität das erste mal betritt, sofort ein Foto wert. Der hat nun wirklich alles gesehen, was sich in der Lokalität seit 150 Jahren abgespielt hat. Doch was rechts zu ihm noch zu entdecken gab, dass das hat der Tresen noch nie sehen können. Aber ein zu reichlicher Ausschank hat so machen Feierwütigen in den hinteren Raum gezwungen.

Nach einem großen „Rostocker“ musste Sohnemann erst mal nach hinten für kleine Jungs. Er kam mit Staunen wieder zurück. Sowas hatte er noch nie gesehen. Mit weiten Armen zeigte er mir, wie groß das Becken im Herrenklo war. Es sah wie ein übergroßes Pullerbecken, doch die Abschrägung fehlte. Und um mir den Abfluss zu beschreiben, brauchte er beide Hände. Kann es das sein, was wir dabei dachten? Er holte sich Gewissheit beim Kellner. Ja, wir lagen richtig. Es war ein großes Kotzbecken oder auch Speibecken genannt und dieses nannte man in der Kogge „Den Papst“ . Es wäre das Größte in Europa, wusste er mit Stolz zu berichten. Ich hab s nicht gesehen, aber die weit ausgebreiteten Arme meines Sohnes ließen darauf schließen, das der Durchmesser in etwas1 Meter große gewesen sein musste.

mein SoftDrink -Wodka-Soda – würde mich zum Glück nicht geradewegs zum „Papst“ führen. Ich sah später nach, einen „Papst“ fürs Weibervolk gab es nicht 😉

Der Seebär in der Ecke sah uns zu. Und wie auf dem Foto gut zu erkennen ist, es wurde an dem runden Tisch schon kräftig gefeiert.

Wer noch mehr über die historische Kogge erfahren möchte, wird in diesem kurzen Bericht, den der NDR vor 6 Jahren machte, noch über weitere Begebenheiten in der Geschichte der urigen Kneipe erfahren.

Und für alle, die einen Besuch in Rostock planen, es lohnt sich, diese Lokalität auch auf seinen Zettel auf haben 🙂

Comments

10 Kommentare zu „Der „Papst““

  1. Avatar von Barbara-Jikai

    Lustig, was man so findet, wenn man beim Reader „Papst“ eingibt…. Meine Güte…. sogar mit zwei Griffen links und rechts (Wikipedia), zum abstützen, klaro, wenn man so besoffen ist, dass man noch knapp die Toilette findet, und sogar mit „Dusche“…. unglaublich…. Jedenfalls coole Kneipe. Die alten schwarz-weiss Fotos im Video sind ja auch mega. „Fassbrause“???? Brause aus dem Fass? Wie die wohl schmeckt? Sicherlich auch noch eine Frage, wie lange sie eingekeltert wurde, rofl…. Grüssle

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Barbara,
      warum man dem Kotzbecken im Herrenklo den Namen „Papst“ gab, weiß ich nicht. Gesehen habe ich es auch nicht. Also schilderte ich das Becken im Blick nach der Beschreibung meines Sohnes. Seine Arme schienen gar nicht lang genug zu sein, um mir den Umfang zu beschrieben :D.
      Ob es heute dort auch nicht Fassbrause gibt? Gute Frage, lässt sich aber in Erfahrung bringen :-).
      LG Ostseemaus

  2. Avatar von bonanzamargot

    also beim nächsten mal in rostock zeigst du mir die „kogge“! hättest du schon längst mal machen können, wo du doch weißt, wie sehr ich kneipen liebe.

    1. Avatar von flotterblogger

      ich habe wirklich auch erst vor ein paar Tagen daran gedacht.. weil ich Sohnemann von den schönen Kneipenbildern erzählt hatte, die du ab und zu in deinen Blog stellst 😉 Und weil wir grade in der Nähne waren, kam mir die Kogge in den Sinn. Natürlich bog Sohnemann sofort ab und rein in die Kogge. Eine Kneipe, die r in Rostock nicht kennst, darf es nicht geben, auch wenn er jetzt gelernt hat auch gepflegt zu trinken 😉

      1. Avatar von bonanzamargot

        ich trinke inzwischen ja auch gepflegt…
        also, dann in die kogge beim nächsten mal!

      2. Avatar von flotterblogger

        Achja… der „Papst“ in der Kogge lässt aber darauf schließen, dass dort mal mächtig gesoffen wurde 🙂 Ich gebe zu, zu DDR Zeiten habe ich auch kräftig zugeprostet. Aber nach der Wende wollten die Gäste in der Kogge nur noch gepflegt essen und trinken. 😀

      3. Avatar von bonanzamargot

        hier in berlin gibt`s noch eine menge kneipen, wo mächtig gesoffen wird. auch im pub, wo ich ab und zu bin. die richtig altsottenen kneipen sind auch heute noch keine milchbars. mit 3-4 bier bin ich aber in der regel bedient.

  3. Avatar von kowkla123

    das muss ja schön da sein, werde ich auch mal besuchen, wir stürmen dem Wochenende entgegen und lassen es uns gut gehen

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Klaus. ja.. die alte Kneipe hat schon was und es lohnt sich ein Besuch. Am Tag ist es ja nicht so voll, wie am Abend. Doch als wir am späten Nachmittag gestern drin waren, sahen uns schon die „reserviert“ Schilder an. LG Ostseemaus

      1. Avatar von kowkla123

        das glaube ich

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