„Das kannste vergessen, ich sehe mir dem Film nicht an“
„Warum nicht?“
„Warum nicht? Na, weil ich Beträge im Internet dazu gelesen habe, in denen stand, dass die Menschen das Kino in Amerika schon vorzeitig verlassen haben. Angeblich kamen sie wegen der Spannung in Panik“
„Doch, du kommst mit ins Kino und siehst dir den Film an“
„Naja. Dann werde ich mir wohl während des ganzen Filmes die Augen und Ohren zu halten“ Das meine körperliche Reaktion auf zu viel Spannung oder Gewalt in Filmen, wenn ich im Kino der Leinwand gegenüber sitze.
„Egal. Du kommst mit“
So ist es immer. Findet Sohnemann einen Film super und will ihn unbedingt sehen, dann muss ich ihn auch sehen, damit er jemand hat, mit dem er sich über den Film anschließend unterhalten kann. Seine Freunde haben kaum Bock auf Kino und so greift Sohnemann auf mich zurück. 😀 Und ich, als folgsame Mutter, folgte Sohnenmann ins Kino.
Am Dienstag war es dann soweit. Ich saß vor der Leinwand und wartete auf das „brutale“ Ereignis, rechnete mit unglaublichen Gewaltszenen und viel viel Blut, das sich spritzend über die Leinwand verteilt. Aber ich wurde enttäuscht. Nicht, dass es keine Gewalt zu sehen gab. Doch nicht so, wie ich es, nachdem ich die ersten Beiträge dazu in Internet gelesen habe, mir vorgestellt habe. Ich hätte nicht gedacht, wie sehr ich mich doch von anderen Meinungen habe beeinflussen lassen.
Zum Glück hatte Sohnemann mich „überredet“, sonst hätte ich das grandiose Kinoereignis an mir vorbei ziehen lassen. Inhaltlich war der Film, wie Sohne bei anspruchsvollen Filmen gern zu sagen pflegt, ein „hartes Brett“. Der Film zeigte den Zuschauern, wie grausam Menschen sein können und wie grausam sie vorgehen können, wenn sie einen „unsicheren Schwächling“ vor sich haben. Das erinnerte mich fast an das Tierreich mit seiner „Hackordnung“ Abgehängte und ausgegrenzte Menschen der Stadt wurden von hohem Amt her als „Clowns“ bezeichnet. Automatisch zog mein Kopf eine Parallele zu dem aktuellen Präsidenten Amerikas.
Gewalt müssen nicht nur Schläge und Hiebe auf den Körper sein, nein. Ungerechtigkeit gegen über schwächeren Menschen in der Gesellschaft stellt für mich ebenfalls Gewalt an Leib und Seele dar. Schon lange haben ich keinen so ehrlichen Film gesehen
Achja.. fast hätte ich vergessen. Der Haupdarsteller hatte mich mit seiner grandiosen Schauspielleistung fast sprachlos gemacht.


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