Wer Menschengedränge nicht leiden kann, wird Kröpeliner Strasse bis Ende Dezember sicher meiden. Seit Montag hat der Rostocker Weihnachtsmarkt die Tore geöffnet.

Sohnemann ist solch ein Kandidat. Er wiederholt sein Gezeter jedes Jahr, wenn er zur Zeit des Weihnachtsmarktes über den Boulevard gehen muss, ich betone MUSS. Aber ich habe ja nicht nur Sohnemann als Einzelkind. Nein, er ist der „Nachkömmling“in der Familie. Seine Geschwister leben weit weg der Heimat und leben schon seit vielen Jahren ihr eigenes Leben mit Kind und Kegel. Aber auch die beiden Großen hassen jedes Gedränge unter Menschenmassen und umlaufen die geballte Ladung Menschen weitläufig.
Im Gegensatz zu meinen Kindern stören mich dicht gedrängte Menschenmassen nicht im Geringsten Was mich eher stört, sind die Gerüche, die von allen Seiten in meine Nase strömen. Und ein herausragender Geruch ist, wie sollte es anders sein, der Glühwein. Mit ihm verknüpfe ich einen schweren Kater und der liegt aber schon mehr als 30 Jahre zurück. Ich glaubte damals, ich komme gar nicht mehr davon auf die Beine und verbrachte den Tag darauf mit schwerem Magen- und Kopfschmerz im Bett. Ein verkaterter Tag war damals wie heute ein verlorener Tag. Also schwor ich dem Glühwein für alle Zeiten ab und mein „Riechkolben“ erinnert mich jährlich daran.

Um seine Bürger der Stadt und Besucher des Weihnachtsmarktes vor terroristischen Übergriffen zu schützen, hat die Stadt an einem guten Sicherkeistkonzept getüpftelt und es im NDR wenige Tage vor der Eröffnung vorgestellt. Es stehen nicht nur überall gut sichtbare Poller auf den Zufahrten zum Markt, nein, man sieht überall Polizeiwagen und Polizisten, die Streife gehen. Dass sie eine Waffe bei sich tragen, ist schon ein gewohntes Bild. Aber was soll man machen. Es kann der Friedlichste nicht in Frieden Leben, wenn es den im Kopf Verkorksten nicht gefällt.
Am nächsten Wochenende werde ich mit meinen Enkelkinder über den Weihnachtsmarkt gehen und darauf bauen, dass die Sicherheit auch so funktioniert, wie von der Stadt angedacht. Ob wir dann in das große Riesenrad steigen werden, weiß ich nicht. Solange ich denken kann, steht das Riesenrad auf den Weihnachtsmarkt, aber rein gewagt habe ich mich wegen der Höhenangst bisher noch nie. Also es gibt für mich immer noch was neues zu entdecken. 😀



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