Der Lockdown passte genau zu meinem Gefühl von: „Jetzt wird es gefährlich“ Es war für mich, als würde ich mit jedem Tag näher an ein offenes Feuer treten, trotz der Befürchtung, es können Funken übersprühen und mich entzünden. Und das wollte ich nicht riskieren. Mein Sicherheitsgefühl hatte schon mehr als einmal die rote Lampe blinken lassen. Der Gegenspieler neigte zur Verharmlosung und schwächte ab: „Es wird schon nichts passieren“ Ich machte das Kindertraining weiter. Pro Woche 60 Kontakte, mit denen ich nicht auf Distanz arbeiten konnte. Was, wenn ein Kind dabei ist, das infiziert ist?
Kinder sollen ja kaum Symptome haben, sie wissen nicht, dass sie verteilen können. In meinem Inneren tobte schon das Hin und Her. Dann die Erleichterung, der Staat hatte die Reißleine gezogen und eine Brandung gegen die zweite Welle eingebaut. Der Lockdown ab dem 2. 11. – also heute – wurde bekannt gegeben. Ich war erleichtert, weil der Saat mir die Entscheidung abnahm, die sich in meinem Inneren schon aufbaute.
Ich will nicht den Helden spielen und Empfehlungen für die Risikogruppe, zu der ich von Alterswegen gehöre, einfach in den Wind schlagen. Doch Meck/Pom hat den Kindersport erlaubt und ich stand wieder vor einer Entscheidung. Soll ich weitermachen, oder mich doch besser aus der Schusslinie nehmen? Der chronischen Trainermangel in den Vereinen machte die Entscheidung für mich auch nicht einfacher. Teile ich dem Verein meine Entscheidung mit, dann müssten sie Ersatztrainer „aus dem Boden stampfen“. Zu blöd, wenn man auch die Probleme der Gegenseite kennt. Und ich frage mich, ob die Eltern der Kinder dafür Verständnis haben werden?
Heute früh teilte ich meine Entscheidung dem Verein mit, bekam aber nur ein verhaltenes Okay. Klar, woher die Ersatztrainer nehmen, wenn sich aus den Reihen der „Alten“?


Schreibe einen Kommentar