Tagesschau

Ein kleiner Zwischenfall

Nein, ich will hier keinen neuen Kanal eröffnen, der die neusten Nachrichten der öffentlich rechtlichen ersetzen will 😂😁. Nein, es geht nur um meinen individuellen Tagesrückblick.

Um zur Kindersportstunde für die Kleinsten (3-5 Jahre) zu kommen, musste ich gestern mit der Straßenbahn durch die ganze Stadt reisen. 35 Minuten Fahrzeit muss ich einplanen. Alles halb so schlimm. Eine gute Gelegenheit zum Lesen oder Handyspielen. Gestern hatte ich Kopfschmerzen. Bevor der Sturm über das Land tobt, wütet er im Vorfeld schon mal in meinem Kopf.

Also dümpelte ich statt lesen so vor mich hin, als mich ein dumpfes Plumps-Geräusch aus meinem Dümpeln riss. Das war kein Fahrrad oder eine Tasche, die während der Fahrt umfielen. Das war ein Körper, der zu Boden fiel. Ich kenne das Geräusch zu gut, mein Sohn hat Epilepsie. Ohje. Ein paar Frauen, sie saßen hinter der Person, die zu Boden fiel, sprangen gleich auf. Ich saß weiter entfernt. Es war Hilfe da. Die Frauen hoben die ohnmächtige Person auf die Bank. Da sah ich es, es war noch ein Kind. Es war von seinem Sitz einfach zu Boden gerutscht. Es war allein unterwegs. Ich schätzte das Alter so zwischen 10 und 12 Jahre.

Die Bahn fuhr weiter, die Frauen bemühten sich, hoben die Beine des Jungen an. Vielleicht war ja nur sein Blutdruck abgefallen. „Gleich müsste der Junge den Kopf heben“ dachte ich. Tat er aber nicht. Während die Frauen den Jungen weiter beobachteten, sie wollten herausfinden, ob er ansprechbar ist – war er aber nicht – telefonierte jemand anderes, rief den Rettungsdienst. Ein weiterer Fahrgast lief zum Fahrer, der blieb dann an der nächsten Haltestelle stehen.

Hilfe war unterwegs. Währenddessen stauten sich hinter uns die anderen Straßenbahnen. Sie fahren im 5 Minuten Takt. Endlich fuhr der Rettungswagen vor, die Sanitäter betraten die Bahn, stellten den Helfern Fragen. Ob er schon bei Bewusstsein gewesen wäre. „Nein“ Der Junge war demnach ca. 15 Minuten ohne Bewusstsein. Ob er Atemprobleme gehabt hätte? Der Helfer sagten: „Nein. Er hat die ganze Zeit normal geatmet.“ Sie Sanitäter machten vor Ort den ersten Check und wenig später wurde der Junge auf der fahrbaren Trage zum Krankenwagen gebracht. Zuvor wurde er warm eingepackt, obendrauf sein Anorak. Als er Junge an mit vorgeschoben wurde, sah ich die Verletzlichkeit, die die Menschen ausstrahlen, wenn sie in solch eine hilflose Situation geraten.

Was mit dem Jungen geschehen war, kann ich nur mutmaßen. Aber ich weiß, wie die Eltern sich fühlen, wenn sie aus der Klinik angerufen werden und erfahren, dass ihr Kind ein Notfall war.

Als ich dann endlich an meinem Zielort ankam. erreichte mich schon die ersten Anrufe der Eltern, die ihre Kinder zum Sport brachten. Wo bleibt der Trainer? Sie sind es gewohnt, dass ich 15 Minuten vor der Sportstunde vor Ort bin. Aber ich hatte eh nur eine Sportstunde für die kleinen Vorschulkinder mit Reifen und Stepper geplant, als ging alles ganz schnell, was die Aufbauten betrifft.

Für den Jungen, der in der Straßenbahn von einer Ohnmacht zu Boden gerissen wurde, hoffe ich das Beste. Vielleicht war auch auch „nur“ extrem unterzuckert und man konnte ihn in der Klinik schnell wieder auf die Beine stellen.

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