Das Vergangene rückt schnell in die Ferne

Die Dunkelheit, die die Tageszeit jetzt schon überlagert, lässt die Tage und Woche schneller vergehen. Am Ende der Woche frage ich mich dann, wo die Zeit geblieben ist. Auch die Aufregung der letzten Woche fühlt sich wie eine ferne Vergangenheit an.

Mein Sohn ist inzwischen entlassen (fristlos und sofortiger Wirkung) worden und weiß immer noch nicht, was er sich hat zu Schulden kommen lassen. Rückblickend hat ihn sein Chef, der sonst kaum Notiz von ihm nahm, innerhalb 14 Tage drei mal verbal attackiert und danach alles daran gesetzt, um ihn schnell los zu werden.

Zuvor hatte er in einem Meeting das gesamte Team mit zwei Drohgebärden eingeschüchtert, zeigte z.B. allen in einer betont lässigen Körperhaltung, ein Stick, auf dem ausgesuchte, möglicherweise belastende Aufzeichnungen der zahlreichen Überwachungskameras, die in den Arbeitsräumen installiert wurden, zu finden sind und brachte dabei den Staatsanwalt ins Spiel. Der nächste Schachzug der Einschüchterung, er zeigte ebenso lässig private Bilder seiner Jagdwaffe im Team rum, die er für seine Bärenjagt in Kanada nutzt. Ich frage mich, was mit dem Mann los ist, oder was in ihn gefahren ist. Hat er Angst um seinen Wohlstand, der von den aufeinanderfolgenden Krisen (Pandemie und Energiekrise) angefressen wird? 🤔

Ja..die Zeiten, in der wir leben, sind nicht einfach und wer bisher einen anspruchsvollen Lebensstil pflegen konnte hat sicher Angst davor oder ein Problem damit, wenn er Abstriche davon machen muss. Da haben es die Menschen, die bisher immer spartanisch leben mussten, weil ihr Geld nicht weiter gereicht hatte, es mit der Anpassung leichter.

Aber das ist nur eine Spekulation, warum der Chef meines Sohnes, von dem ich bis vor kurzem noch große Stücke gehalten habe, zur Zeit derart frei dreht und sein langjähriges Stammteam (es hat nicht nur meinen Sohn getroffen) vor die Tür setzt.

„Wenn eine Tür geschlossen wird, öffnet sich die nächste Tür“ ein guter Trost für meinen Sohn. Das hoffe ich zumindest für meinen Sohn. Krisen sind wie Leuchttürme. Und Arbeiten, wo einen der Chef von Null auf Jetzt auf den Kicker hat, dass hat in unserer Gesellschaft – zum Glück – niemand nötig. Auch Chefs müssen sich an Regeln halten, denn sie tragen Verantwortung, für die Gesellschaft, für das Unternehmen, für die Mitarbeiter und wer seine Mitarbeiter entsprechend behandelt, muss sie nicht mit Drohgebärden und Selbstinzinierung einschüchtern, damit sie loyal bleiben und fleißig für das Unternehmen arbeiten.

Comments

6 Kommentare zu „Das Vergangene rückt schnell in die Ferne“

  1. Avatar von Grinsekatz

    Der Kerl hat doch nen Befund, @ Jagdwaffe.
    Und auch sonst.
    Grüße & Glück für deinen Sohn!

    1. Avatar von flotterblogger

      Danke…nett umschrieben 😄. In dem plötzlich eisige Klima mit Profilneurose des Chef hätte er auch nicht weiter durchgestanden und das muss man sich auch nicht antun und,dazu gehöre ich auch, uns fehlt das Potential da gegen zu halten. 😏
      Danke für die guten Wünsche 🙋🏻‍♀️😄

  2. Avatar von Hedwig Mundorf

    Ich hoffe, Dein Sohn hat eine Kündigungsschutzklage eingereicht, damit wenigstens eine Abfindung und keine Sperrfrist beim Arbeitsamt rausspringt..

    1. Avatar von flotterblogger

      Da denke ich, ist die Frist schon durch. Er lag eine gute Woche wie einer, der im Ring KO geschlagen würde, „auf dem Boden“. Mir ging es ebenso.
      Er arbeitet in der Gastronomie – die leidet seit der Pandemie unter Personalmangel – , und findet sicher schnell einen neuen Job in der Branche. Es können ja nicht alle Chefs in der Branche am Rad drehen.
      Ich danke für deinen Rat.
      LG aus Rostock 🙋🏻‍♀️

      1. Avatar von Hedwig Mundorf

        3 Wochen? FRIST

      2. Avatar von flotterblogger

        Oh..gut das wir drüber geredet haben. Da ist tatsächlich noch etwas Zeit. Danke für den Tipp 👍

        LG Ostseemaus 🙋🏻‍♀️

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