Eine bewegte Woche

Die letzte Woche verlief wie im Fluge, wie immer. Mein Wochenplan ändert sich nur selten, so bleiben die Eindrücke von Woche zu Woche gleich. Das soll ja der eigentliche Grund dafür sein, dass im Alter die Zeit gefühlt schneller vergeht, als in jungen Jahren. Mann oder Frau hat zu wenig Highlights, auf die er/sie hinfiebert. Ich erinnere mich an die jugendliche Vorfreude auf den nächsten Tanzabend. Was sollte ich anziehen? Wer würde sonst noch zum Tanz kommen? Wird mein Schwarm auch dort erscheinen? Und wenn ja, wird er mich wahr nehmen? Werde ich den Abend überleben, wenn mein Schwarm mich nicht zum Tanz auffordert? Oder wenn er mich auffordert, falle ich dann womöglich in Ohnmacht? Mit den ganzen Fragezeichen hatte ich voll zu tun und die Zeit zum eigentlichen Tanzabend zog sich elendig in die Länge.

Nun gut, meine wilden Jahre sind schon lange vorbei und die Spannung auf das, was noch kommt, hält sich für mich heute in auch in Grenzen. Aber ich erinnere mich gern an diese Zeit zurück. Der Fokus liegt heute eher darauf, das Beste aus der Zeit, die mir noch bleibt, zu machen. Das liegt ganz bei mir und niemand anders kann den Job für mich übernehmen. Für mein persönliches Glück bin ich selber verantwortlich.

Der Sohn trat am Dienstag seinen neuen Job an. Bei Regen-, Schnee- und Hagelschauer und Blitz und Donner begleitete ich ihn zur Straßenbahn. Als wir uns verabschiedeten sagte er zu mir „Danke für alles“. Seine Worte auf dem Weg in sein neues Leben bewegten mich im Herzen. Der Sohn hat sich verabschiedet, wohl auch aus seiner Heimatstadt Rostock. Kühlungsborn ist ja nicht weit, aber es ist eben doch alles fremd. Die Personalunterkunft ist nobel. Er war begeistert. Die erste Schichtwoche endet heute Abend. Das erste Resümee – die neuen Schuhe taugen nur für Blutblasen, aber nicht für Dauerlauf in Kellnerjob. Neue Schuhe sind schon unterwegs.

Mit den Kindern im Sport stand zum Abschluss des ersten Schulhalbjahres ein kleines Sportfest an. Die Eltern durften mit in die Halle und ihre Kinder anfeuern. Das war die erste Veranstaltung dieser Art, die ich ohne meine langjährige Kollegin geleitet habe. Ich war aufgeregt. Das heißt, etwas Spannung auf das, wie es läuft, hatte ich dann doch. Die Kinder ebenso, denn am Ende der Sportstunde gab es Medaillen,

Gold, Silber und Bronze. Wer weder Gold noch Silber erreicht, bekam auf jeden Fall eine Medaille in Bronze. Kein Kind sollte leer ausgehen.

Die freitags Yogagruppe wächst derzeit. Lasse ich mich in der schönen Sporthalle mit meiner Yogamatte nieder, werde ich umzingelt, von Teilnehmern, die auf das warten, was ich für sie vorbereitet habe. Es ist immer eine Mischung auf moderater Vorbereitung und kräftiger Herausforderung. Die Balance zwischen dem zu halten, was man kann und was noch geht, ohne die eigenen Grenzen zu überschreiten, dass ist das, was ich vermitteln will. Ich versuche zu vermitteln, dass das Alter nichts mit alt sein zu tun hat und dass dafür die eigene Lebensfreude immer aufs Neue entfacht werden kann.

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