mein Schwein pfeift,
als sich mit einem ungefragten Kommentar eine junge Frau in ein Gespräch zwischen mir und meiner Bekannten einmischte. Aber von Anfang an. Mit meinen Reader – Modell Kindl – trage ich jetzt jede Menge Bücher in meiner Handtasche rum. Als Prime-Mitglied kann ich ohne weite Kosten eine Menge E-Books auf meinen Reader laden. Und mein erstes Buch hatte den Titel: „Das letzte grüne Tal“ . Ich lud es runter, weil ich glaubte, es wäre leichte Literatur. Grünes Tal und so, vielleicht ein Naturroman? Naja..nach den ersten Seiten war klar, ich hatte alles andere als leichte Literatur in meinem E-Book.
Der Roman handelt von einem Flüchtlingstreck am Ende des 2. Weltkrieges. Der Leser begleitet eine Familie auf den schwierigen Weg von der Ukraine Richtung Westen. Die Familie floh vor der Stalinarmee. Sie waren sogenannte Volksdeutsche und mussten vor der vorrückenden Stalinarmee flüchten. Der Autor baute auch Rückblenden ein, die in die Zeit reicht, in der Ukrainer regelrecht ausgehungert wurden. Eine Zeit, die man heute in den Geschichtsbüchern unter dem Begriff „Holodomor“ findet.
Ich erzählte meiner Bekannten über das, was ich im Buch gelesen hatte. Die Ukraine muss sich ja auch heute wieder gegen die Russen wehren, daher sind die aktuellen Geschehnisse in der Ukraine in aller Munde. Dabei fielen die Begriffe wie Stalin und Holodomor und nach meinen dritten Satz wurden wir von der einer jungen Frau, die uns gegenüber saß, unterbrochen. „Glauben sie nicht alles, was da steht und was man ihnen darüber erzählt“. Sie sprach mit einem russischen Akzent, war gekleidet und war insgesamt eine gepflegte Erscheinung. „Das ist alles gelogen“
Meiner Bekannten und mir fiel innerlich die Kinnlade runter und ich hatte gleich eine Querverbindung zu den „Holocausts- Leugnern“ im Kopf. Uns beiden Frauen war klar, dass wir das es hier mit einer Sympathisantin zu tun hatten. Und sie setzte noch einen drauf „Stalin war gar nicht so schlecht, wie alle behaupten“. Der Satz hallt bis heute heute noch in meinem Kopf nach. Ach ja, sie empfahl uns ihren Mann, der es genau genau weiß. Als hätte sie mir meine Frage „wie lange lebt sie wohl schon in Deutschland?“ von den Augen abgelesen. „Ich lebe schon lange in Deutschland“ erzählte sie uns noch, als sie den Raum verließ. „So so“ dachte ich, eine Anhängerin eines Autokraten hat sich in einem demokratischen Land den Wohlstand aufgebaut. Guck an, die Putins sind mitten unter uns.

Schreibe einen Kommentar