Eine neue Kultur?

Worüber ich heute schreiben möchte, gehört irgendwie als Thema zusammen, zumindest für mich. Doch um welches Thema geht es mir dabei? Es geht um Missbrauch von Gesetz zum eigenen Vorteil – also Verleumdungen und falscher Bezichtigungen – also eine Form von psychischer Gewalt. Jetzt schält sich vielleicht schon das Thema raus, worüber ich schrieben will.

Aber erst einmal vorweg. Ich habe häusliche Gewalt am eigenen Leibe erfahren. Sie begann mit psychische Gewalt, steigerte sich zu physischer Gewalt und mündete an einem Mordversuch. Das ist schon lange her. Ich brauchte Jahre, bis ich wieder Vertrauen zu Menschen bekam. Ich meinem Fall war es mein Mann. Weltweit sind viele Frauen der Gewalt ihrer Männer ausgesetzt und nur ihre finanzielle Unabhängigkeit und Gesetz können sie schützen. Zum Glück ist das in den meisten Ländern der Welt so. Es gibt noch viele zu viele Frauen, die heutzutage der Gewalt ausgesetzt sind, die ihren Ursprung in der Frauenfeindlichkeit haben.

Um so schlimmer finde ich, dass Frauen den juristischen Schutz missbrauchen, um Männer zu zerstören. Freigeschwommen haben sich aus diesem Sumpf von übler Verleumdung, wie jeder weiß, Jörg Kachelmann und Johnny Depp. Beide wollten den Vorwurf, ihre Frauen misshandelt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen. Zum Glück bekamen beide nach „Fast-Vernichtung-Feldzug“ ihrer Ex-Partnerinnen ihr Leben zurück, aber auch erst nach schwerem Kampf.

Um so mehr freute es mich, als man gestern wieder wohlwollend in den Medien über Johnny Depp berichtete. Er ist aber auch ein begnadeter Künstler. Als Schauspieler hatte ich ihn sowieso ins Herz geschlossen, als Musiker wird er von seinen Fans auch geliebt und nun tritt er als Maler in die Öffentlichkeit u.a. mit einem Selbstporträt. Mein Herz ging auf und ich bin immer noch erleichtert, dass der Vernichtungsfeldzug seiner Ex doch nicht geklappt hat.

Mit Besorgnis folge ich gegenwärtig, was medial gegen Rammstein und im speziellen Fall gegen Till Lindemann läuft. Das war für mich kaum auszuhalten. Nachdem ich die ersten Berichte mit Empörung geschluckt habe, stellte ich fest, dass es sich nur um Behauptungen von 2 Mädels handelte. Trotzdem fuhren die Medien mit Till Lindemann Schlitten, die Unschuldsvermutung spielte keine Rolle mehr. Hysterie in den Medien, Hysterie bei einigen Frauen, die gleich mal eine Petition starteten, damit Rammstein nicht in Berlin auftreten darf.

Früher wurden die Menschen gesteinigt, heute werden sie medial gehetzt und nicht nur das. Ein Schild mit der Aufschrift „Kill Till“ hielt eine junge Frau hoch über die Köpfe der Demonstranten, die das erste Konzert der Band Rammstein verhindern wollten. Das Kleingedruckte zwischen beiden Worten konnte nur lesen, wer ein Fernglas dabei hatte. Das nenne ich mal Steinigung in die Moderne übernommen oder war es sogar Aufruf zum Mord? Ist das nicht schon ein Tatbestand, der juristisch angegangen werden sollte?

Es etabliert sich gegenwärtig eine neue Kultur, eine Empörungs- bzw. Entrüstungskultur, die ihresgleichen sucht. Die Empörten sind fast immer laut und hysterisch, sehen sich als Hüter der Moral und der Moralist´bzw. die Moralistin sieht das Gesetz immer auf seiner Seite.

Das sind einige der Merkmale, die mir aufgefallen sind.

Was mich allerdings wundert ist, das Alice Schwarzer sich bisher dazu noch nicht zu Worte gemeldet hat. Bei Kachelmann stand sie damals gleich ganz weit vorn in der Vorverurteilung. Der Kachelmann war in ihren Augen der Bösewicht. Später deutete sie ihre Vorverurteilung um , sie hätte es stellvertretend für alle anderen misshandelten Frauen gesagt. Sie hat sich für Frauenrechte verdient gemacht, trotzdem hat sich deshalb nicht das Recht und schon gar nicht mit ihren Bekanntheitsgrad, ein Mann vorzuverurteilen. Zu Rammstein und Lindemann schweigt sie sich aus. Gut so. Die Unschuldsvermutung ist als Menschenrecht in der EU festgeschrieben und Frau Schwarzer würde gegen geltendes Recht verstoßen.

Was Recht ist, muss Recht bleiben.

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