Die letzten Tage vor Weihnachten und dem Jahreswechsel sind da, und das Jahr 2023 nähert sich dem Ende und geht in die Geschichte ein. Jeder wird sein eigenes Fazit ziehen, ob es ein gutes oder ein schlechtes Jahr war. Aber in 365 Tagen kann viel passieren, und nicht alles läuft reibungslos. Zwei geliebte Frauen aus dem Familien- und Freundeskreis mussten plötzlich aus dem Leben scheiden. Ihr plötzlicher Tod hat alle überrascht. Kaum hatte der Tod an ihre Tür geklopft, und schon wurden sie auf die andere Seite gezerrt – niemand weiß, wie es dort hinter dem Regenbogen für sie weitergeht. Sie waren nicht die Jüngsten, aber auch nicht alt genug, um für immer zu gehen. Das macht wieder bewusst, dass unser Dasein nicht selbstverständlich bleibt.
Ich erinnere mich fast jeden Tag daran, warum ich hier bin, indem ich in mein Tagebuch schreibe, wofür ich dankbar bin. Anfangs kam ich mir dabei eher komisch vor, doch merkte ich, wie positiv mich das auf den Tag einstimmt.
„Ich bin dafür dankbar,
- dass ich mich Tag für Tag immer wieder auf den Weg machen kann
- dass ich nicht in der Vergangenheit festhänge
- dass ich ohne gesundheitliche Einschränkungen mein Leben leben kann
- dass ich immer noch großen Spaß am Tanzen habe
Und und und. Das sind nur einige Ideen, die mir bewusst machen, wie gut ich es doch habe und dass es für mich keinen Grund zur Unzufriedenheit gibt.

Heute habe ich die letzten Weihnachtseinkäufe gemacht. Die Stadt war voll, denn der Weihnachtsmarkt hat heute den letzten Tag geöffnet. Zum Glück hatte der Sturm sich etwas beruhigt und den Himmel noch blau werden lassen. Das macht die letzten Tage vor Weihnachten wenigstens nicht düster.

Ansonsten werde ich die Ruhe genießen, und meine Bücher lesen. Damit habe ich voll zu tun, aber eine echte Feiertagsliteratur sind die Bücher nicht. Für den Kitsch ist das Fernsehprogramm zuständig. Heute Abend kommt z. B. „Der kleine Lord“. Hab ich schon 100-mal gesehen, aber ich ziehe ihn mir noch mal rein. Ist eine schöne Geschichte über die Transformation eines verbitterten alten Mannes zu einem familienfreundlichen Großvater, und das nur, weil sein Enkel ungebrochen an das Gute in seinem Großvater sieht. (auch bekannt als Pygmalion-Effekt.)
Gelesen und als Buchempfehlung – der verlinkte Teil erlaubt ein paar Seiten anzulesen
„Erzählende Affen“ 1 haben mich lange gefesselt. Sehr viel Theorie, aber dann kamen die Erleuchtungen wie von selbst. Wie vielfältig die Methoden sind, den Menschen Geschichten zu erzählen, die sie nicht nur unterhalten sollen, sondern auch zu manipulativen Zwecken angewendet werden.
„Die Vereindeutigung der Welt“ 2 Ein neues Wort ging mit dem Buch in meinen Wortschatz über – Ambiguität und was Ambiguitätstoleranz oder -intoleranz für unsere Gesellschaft zu bedeuten hat. Das Buch ist nur eine kleine Reclamausgabe und daher schnell gelesen.
„Was heißt hier „wir“?. 3 Ein Sprachwissenschaftler untersucht die Worte, die die Politiker in ihren Reden verwenden und insbesondere die, die AfD vom Rednerpult aus unter die Massen bringen wollen. Eine Manipulationstechnik vom Feinsten. Und man legt wirklich die Ohren mit Schwung an, wenn ein Sprachwissenschaftler einen Satz mit provokanten Worten analysiert. Auch schnell gelesen und öffnet das Bewusstsein für perfide Manipulationstechniken.
„True Facts – was gegen Verschwörungstheorien wirklich hilft“. 4Das ist eine Fortsetzung des ersten Buchs der Buchautorinnrn mit ähnlichem Titel „True Facts – wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen“. Ich las das erste Buch vor der Pandemie. Dadurch hatte ich schon einen gewissen Einblick in die Szene der Verschwörungstheoretiker. Viele können sich vielleicht noch daran erinnern, in welche Höhe das Interesse an Verschwörungstheorie und die Anzahl ihrer Gläubigen geschossen sind. Man kann gar nicht genug darüber wissen, damit Menschen mit einem übergroßen Ego den Leuten „Märchen auftischen“ und in die Ohren ihrer Zuhörer stopfen. Aber das Verbreiten und aufrechterhalten von Verschwörungstheorie ist für die Verbreiter eine echte Geldmaschine und sehr gern eröffnen sie in ihren – von den Zuschauern teuer bezahlten Vertrag – mit den Worten: „Wir sind viele….“ 🙄

Das soll es für heute an Buchempfehlungen gewesen sein, der kleine Lord wartet auf mich. 😄


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