Geschichte schreiben

Wer möchte das nicht? Geschichte schreiben, für sich selbst, für die Familie, für die Welt. Nun ja, letztes trifft für Otto Normalverbraucher eher nicht zu. Aber Spuren auf dieser Welt hinterlassen, das gelingt jedem. Und jeder kann für sich entscheiden, welche Art der Spuren hinterlassen möchte, wenn er/sie das dann will. Am Ende sind wir Menschen mit unserem Dasein ja nur als Krümel auf der Erde unterwegs und in der Weltgeschichte nur für einen Sekundenbruchteil auf der Welt. Nicht mal ein weltlicher Wimpernschlag und schon sind wir schon wieder vom Globus verschwunden. Was bleibt, sind unsere Spuren, die wir zurückgelassen haben oder hat es für etwas mehr als nur ein paar Spuren gereicht? Nur wenigen Menschen ist es vergönnt, Geschichte zu schreiben.

Viel wusste ich über Bob Marley nicht und Erwartungen hatte ich keine. Ich wusste nur, dass er weltweit eine Berühmtheit war und heute noch ist, dass mit seiner Reggae-Musik Frieden und Liebe in die Welt tragen wollte, dass er viele, viele Kinder (11) hatte und dass er viel zu früh sterben musste. Vorab machte ich mich erst mal über seine Religion – Rastafari -schlau. Ohne das Vorwissen darüber hätte ich vielleicht vieles im Film nicht wirklich verstanden. Und schon gar nicht, warum die Band permanent am Kiffen – spiritueller Ritus – war. 😉😁

Bedrückend war für mich, dass ich um das Ende des Filmes wusste, denn in einem Biopic gibt es nur das Ende, auf das Person, deren Leben erzählt wird, zusteuert. Und bei Bob Marley war das Ende näher, als er sich wohl selbst vorstellen konnte. Seine Religion verbot chirurgische Eingriffe der Ärzte, um Schlimmes zu verhindern. Und Bob Marley entschied sich gegen den von den Ärzten empfohlenen operativen Eingriff gegen den schwarzen Hautkrebs. Eine religiöse, aber fatale Entscheidung für Bob Marley. Er wollte Kraft seiner Religion Frieden und Liebe in die Welt tragen, doch diese von ihm gepriesene Religion trug einen tödlichen Keim in sich, der Bob Marley schließlich tötete. Mit 36 Jahren musste er die Welt verlassen, doch sein kurzes Leben hatte doch Geschichte geschrieben.

Die Kritiken über den Film sind, wie sollte es anders sein,fielen sehr verschieden aus. Ich fand den Film weniger aufregend. Aber darauf – aufregend oder nicht – kommt es nicht an. Im Nachgang beschäftigte mich nur noch die fatale Entscheidung von Bob Marley, die ihn geradenwegs hinter den Regenbogen führte. Er hätte der Welt noch sooo viel geben können. 😢😢😢 Ich verließ traurig das Kino, vielleicht war es das, was die Filmemacher vermitteln wollten?

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