Waschmaschine und Geschirrspülautomat sind bei mir grade voll im Einsatz. Jedes Gerät brummt im Arbeitsmodus auf seine Weise. In der Waschmaschine rödelt die Gästewäsche, das letzte Frühstücksgeschirr bekommt seinen Spülgang in der Küche.
Sommerzeit ist bei mir auch Besucherzeit. Die Ostsee ruft auch meine Hamburger Familie nach Rostock. Warum in der Ferne Urlaub machen, wenn der Badestrand quasi vor der Tür liegt? Nun gut, ganz so nah liegt meine Wohnung nicht in Strandnähe. 30 Minuten Bus oder Bahn braucht es schon, doch dann kann man die Ostsee schon riechen und wenig später sein Badetuch ausrollen. Das Wetter hatte es gut mit meiner Familie gemeint. Nur ein Regentag und das war’s dann auch schon mit schlechtem Wetter.

Ansonsten gab es nur Sonnenschein und heiße Tage am Strand. Meine Tochter hatte ihre beiden Jüngsten (9 uns 11) mit dabei. Zwei Jungs in besten Rüpelalter, die alle naselang am Kräftemessen waren, egal ob körperlich oder verbal. Jeder wollte der sein, der es besser kann oder weiß. Mein Sohn nannte dieses Verhalten unter Jungs in seinem Teeniealter einfach nur Schwanzvergleich 😁😁. Für die Jungs ein ewiger Spaß, für die Anwesenden – Oma und Mutter – eher nervig und stressig. Vorbei ist die Zeit der beiden, an der die Kinderspielplätze ihr Kinderherz höher schlagen ließen 😒 Diese Zeit ist wie über Nacht einfach abgezogen. Am Strand kommt aber jeder auf seine Kosten.



Mutter und Tochter können gegensätzlicher nicht sein. Was mich langweilt, ist für meine Tochter unterhaltsam. Wo keine Menschen sind, gehe ich ein, wie in Blumentopf ohne Wasser. Bei Musik mit ordentlich KrachWum im Sound gehe ich in Resonanz und diese versetzt mich in Hochstimmung, für meine Tochter eine Quälerei für die Ohren. Alles das findet man auf der Hanse Sail wieder und die lief letztes Wochenende über die Bühne. „Oh neeeeeinn“ meine Tochter schlug die Hände über den Kopf zusammen. Zum Glück breitet sich die Hanse Sail nicht über die ganze Stadt aus.

Die Hanse Sail ist immer sehr lebhaft. Es gibt Bühnenshows und Vergnügungsstände. Wir hatten nicht geplant, die Sail zu besuchen, aber eine Fahrt im Riesenrad stand auf dem Programm. Der jüngste Familienangehörige entschied sich schließlich, in das Riesenrad zu steigen. Es befand sich mitten im Trubel der Hanse Sail. Und die Oma, unbeeindruckt von Lärm und Menschenmassen, durfte das jüngste Enkelkind mit auf eine Fahrt über den Rostocker Stadthafen nehmen. 😁

Das war aber auch meine erste Rundreise mit einem Riesenrad. Es war also eine „Mutprobe“ 😁 für Oma und Enkel. Also lautete unser Motto: „Öffne die Tür zu deiner Angst und sie wird dich nicht mehr beherrschen.“ Ich gebe zu, mir war anfangs auch etwas mulmig. Aber ich bin ja schon so oft mit dem Flugzeug unterwegs gewesen, da sollte ein Riesenrad für mich auch kein Problem sein. War es dann auch nicht. Nach 2 oder 3 vollen Runden war die Rundreise für uns zu Ende und wir verließen beschwingt den Stadthafen. Mutprobe bestanden. Jetzt kann uns kein Riesenrad mehr schrecken.








Nach Besuch ist vor Besuch, d. h. das nächste Enkelkind packt schon seine Koffer, das Gästebett wird nicht kalt. 😁😁


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