Wenn man in die Jahre gekommen ist, so wie ich, dann ist der Blick in die in die Zukunft, die ich noch erleben kann, nur kurz. Dafür reicht mein Blick in die Vergangenheit einige Jahrzehnte zurück. Damit will ich nicht sagen, dass ich die Absicht habe, demnächst den Löffel abzugeben, aber man weiß ja nie. Und das ist auch gut so, dass man es nichtg weiß.
Mit dem Blick in meine Jugend finde ich mich in einem ländlichen Ort wieder. Eine einfach spartanische Lebensweise prägte damals mein Leben. Ich erinnere mich noch an Eisblumen im Winter am Fenster im eiskalten Schlafzimmer. Das Bettzeug war eher klamm, wenn wir uns unter die Bettdecke kuschelten. Ein Fernsehgerät hatten nur die im Dorf, die richtig viel Geld hatten. Wurde solch ein riesiges Gerät an ein Haushalt angeliefert, war das eine Aufregung für´s ganze Dorf. Gekocht wurde auf einem Kohleherd. Wenn der Herd abkühlte, war auch die Küche im Winter kalt.

Für die langen Abende gab es noch keine mediale Unterhaltung. Für Unterhaltung mussten wir selber sorgen. Lesen, Karten spielen, Handarbeit machen, erzählen und viele gegenseitige Besuche. Zu Weihnachten bekam ich als Kind wieder aufgepimte Spielsachen. Damals saßen wir mitten im Grünen und träumten von einer reichen und komfortablen Welt, die uns das Leben schöner, einfacher und leichter machen sollte. Es sollte alles besser werden. Die Hoffnung auf diese Welt, als die, die wir damals hatten ging aber stets mit einer inneren Zufriedenheit der Menschen einher. Die Generation meiner Eltern war die Nachkriegsgeneration und alles war besser als Krieg.
Die heutige Jugend, die Enkelgeneration, hat alles, was Menschen sich damals erträumt hatten, vielleicht sogar noch mehr. Sie sind in diese Welt hineingeboren und kennen sie nicht anders. Sie glauben wie ich damals, das alles schon da war. Aber angesichts der Klima- und Kriegsdebatte, kann ich mir vorstellen, dass die Jugend ihre Zukunft eher bedroht sieht. Sie sind von Konflikten umzingelt, Klimakrisen und Kriege der Mächte.
Auch wenn der Alltag der meisten wie jeder Tag aussieht, wird einer vielleicht all die Krisenherde eher ausblenden, dem anderen macht die Zukunft Angst. Wie wollen die Menschen all die aktuellen Konflikte lösen, oder können sie sie überhaupt lösen? Da muss man sich so richtig reinknien in die Themen Klima, Krieg und Krise, das macht Angst und das wollen sich nur wenige organisieren. Wenn ich noch jung wäre, so frage ich mich, wie würde ich in meine Zukunft sehen? Eher gelassen oder eher besorgt? Vielleicht träumt die heutige Jungend, die akteull im technischen Know-how nahezu versinkt von der heilen grünen Welt, wie ich sie von damals kannte?


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