Nach den 14 Tagen meiner Blogpause fällt es mir schwer, wieder den passenden Einstieg zu finden. Dabei gibt es so vieles, über das ich schreiben könnte. Aber worüber? Über Wetter? Da kann man nichts falsch machen. Über Politik? Damit kann man anecken. Über Privates? Naja, eine Preisgabe meiner geheimsten Geheimnisse vielleicht? Oder über Krankheit? Dazu kann ich wenig sagen, weil ich für kranksein wenig Zeit haben aber ….
Gar nicht krank sein ist auch nicht gesund
Karl Valentin
Die Krankheit ist bei älteren Menschen ein häufiges Thema. Viele Beschwerden beeinflussen den Alltag. Ich glaube jedoch, das hat nicht unbedingt mit dem Alter zu tun. Ältere Menschen haben oft nichts mehr, um das sie sich kümmern können und kümmern sie sich halt um ihre Krankheit. Es sei denn, sie finden eine Aufgabe, in der sie der Gesellschaft helfen können. So denke ich jedenfalls. Ich wollte mich auch im Rentenalter noch einbringen. Deshalb ließ ich mich in der Vergangenheit zum Trainer und Yogalehrer ausbilden. Damit schlage ich mehere Fliegen mit einer Klappe. Ich bleibe in Kontakt mit vielen Menschen aller Generationen und schmore nicht permanet in meinem eigene Saft. Und ich habe keine Zeit für Zipperlein. Mich hatte allerdings die letzte Woche dann doch ein Zipperlein überrumpelt und fast niedergestreckt.
Ich kenne keine Furcht, es sei denn, ich bekäme Angst.
Karl Valentin
Das Gespräch mit meinem Vater liegt noch keine 20 Jahre zurück. Er war ein ruhiger Mann, der nie meckerte oder andere verspottete. Zwar war er körperlich klein, doch hatte er viele Eigenschaften, die ich bewunderte. Er behielt stets den Überblick und die Nerven, egal wie kompliziert die Umstände wurden. Wenn etwas schiefging, gab er niemandem die Schuld. Mit Anfang zwanzig (geb. 1923) musste er in den Krieg ziehen und erlebte dort unvorstellbare Dinge, die viele Menschen nicht ertragen können. Dennoch kehrte mein Vater nicht gebrochen aus dem Krieg zurück, sondern baute ein Haus und ein Schutzschild für unsere Familie.
Damals fragte ich meinen Vater, ob die Nazizeit womöglich wieder zurück kehren könnte. Es ging um den Aufreger wegen der ehemaligen TV-Moderatorin Eva Hermann. Sie verherrlichte in ihrem Buch die Mutterrolle in der Nazizeit. Das löste unendliches Entsetzten in der Gesellschaft aus, auch bei mir. Ich rief daher gleich meinen Vater an, denn er hatte die Nazizeit in seiner aggressivsten Form und Zeit miterleben müssen. Er erklärte mir, warum man damals die Rolle der Mutter in der Gesellschaft anhob. Sie sollte die Gebärmaschine für Soldaten werden, die dann als Kanonenfutter auf den Schlachtfeldern verheizt werden sollten. Leicht verängstigt fragte ich meinen Vater, ob ich mir Sorgen machen müsse, dass die Nazizeit wieder zurück kehren könnte. Seine Antzwort „Nein, Mädchen, heute sind die Menschen so klug. Sie werden nie wieder einen Nazi an die Macht wählen.“ Einspannt lehnte ich mich zurück.
Heute ist die gute, alte Zeiten von morgen
Karl Valentin
Trump und sein Staatsstreich
Aber nun steigt doch eine Angst in mir auf. Sie lässt mich an die Klugheit, von der mein Vater damals sprach, zweifeln. Könnte das, was gegenwärtig in Amerika passiert, eine Blaupause für die Zukunft auch in Deutschland werden? Die Amerikaner haben gewählt und müssen sich nun mit ansehen,. wie ihr Präsident wie ein König über sie herrscht und die Demokratie auseinander nimmt. Und alles geschieht mit einer Hochgeschwindigkeit, der niemand gewachsen ist.


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