Vom Stadtbummel zur Weltpolitik

Das Wochenende gehört mir allein. Keine Termine, keine Verpflichtungen. Damit ist mein Kopf frei für einen Bummel durch die Geschäftsstrasse. Ich bin gern unter vielen Menschen. Irgendwie tanke ich Energie unter den Menschen besser auf, als zu Haus den ruhigen Tag nur so – meist vor dem TV – dahin plätschern zu lassen. Groß was einkaufen wollte ich nicht. Nur was essen und gemütlich einen Kaffee trinken.

Ein kleiner Burgerladen – RUFFs Burger – hatte kürzlich im Rostocker Hof aufgemacht. Burger sind nicht meins, aber sie haben auch andere gute kleine Gerichte, die nahhaft sind und satt machen.

Satt und zufrieden schlenderte auf dem Boulevard weiter. Ein Kaffee stand auf meinem Zettel. Mein Auge fiel auf das vor 2 Jahren eröffnetes Cafe von Starbuck. Oh nein, nur jetzt nichts amerikanisches. Es reicht schon, dass mein Kopf schon seit Tagen darüber brütet, warum die Amerikaner einen Präsidenten wie Trump gewählt haben.

Obwohl ich meinem Kopf auch eine Pause vom Nachdenken über die gegenwärtige Weltpolitik gönnen wollte, mein Hirn fing beim Anblick von Starbucks gleich an zu rattern. Das Cafe war voll und ich fragte mich, warum boykottieren wir das amerikanische Unternehmen nicht einfach? Ich hatte nur einmal dort einen Kaffee getrunken und das war´s. Er hat mir schlicht und einfach nicht geschmeckt.

Genauso wenig schmeckt mir die aktuelle Politik in den USA, die mit den veröffentlichen Epstein- Fils den Sumpf ihres Turbo-Kapitalismus noch größer, tiefer und dreckiger macht, als es ohnehin wohl schon war. Mit der Veröffentlichung der Akten nahm der Sumpf an Fläche und Tiefe um ein vielfaches zu. Der Turbo-Kapitalismus ist in USA für die Milliardäre gemacht. Und diese nehmen sich, was sie wollen. Auch wennn es gegen das Gesetzt verstößt, sie kommen damit durch.

Im Fall von Epstein beuteten sie nicht nur die Menschen über blillige Löhne aus, sondern sie beuteten auch junge Mädchen sexuell aus. Und viele bekannte hochrangie Politiker, Wirtschaftsbosse und und haben mitgemacht. Ganz weit vorn der Präsident, der zur Zeit die Weltpolitik beherrscht und unser aller Weltbild über den Haufen wirft. Schon die wenigen Gedankensplitter, die in dem Moment durch meinen Kopf sausen, lösten in mir Übelkeit aus. Mein einzig zur Verfügungen stehende Abwehr dagegen war, dass ich mir ein anderes Cafe suchte.

Auf dem Weg zum meinem Lieblingscafe kam ich an der Buchhandlung Thalia vorbei. Wenn ich schon mal da bin, dann stöber ich auch. Als erstes sehe ich immer gern nach der Bestenliste der Sachbücher und wurde fündig. „Das erwachsene Land“ gechrieben von Holger Stark. Die Kurzbeschreibung zum Inhalt machte mich neugierig. Holger Strak sieht diesen Zeitabschnitt, in dem wir grade leben, als einen Wendepunkt, dem der Wende aus 1989 gleicht. Und es deckt sich mit meinem inneren stillen Gedankengängen. Still insofern, das ich das Gefühl habe, das etwas sich verändern wird. Aber ich weiß nicht was sich verändern wird.

Seit der Wende sind bald 40 Jahre vergangen. Bis es zum Zusammenbruch der damaligen Welt mit den zwei Lagern kam, türmte sich zumindest im Osten die Unzufriedenheit bei den Menschen auf und man suchte nach Alternativen. Heute, nach fast 40 Jahren türmt sich eine ähnliche Unzufriedenheit bei den Menschen auf und sie suchen nach Alternativen. Was damals im Osten die Bürgewegungen waren, sind heute die polulistenischen Partein, die stetig Öl ins Feuer der Unzufriedenheit spritzen.

Haben wir wieder eine Wende zu erwarten? Für uns Ostdeutsche bewegte sich die Welt nach vorn, wir wechselten von der Autokratie (in der DDR wurde Autokratie mit der Bezeichnung „Demokratischer Zentralismus“ einfach nur umgedeutet) in die Demokratie.

Wer bündelt jetzt die Menschen, die sich von der Unzufriedenheit geplagt fühlen? In den USA versprach der Präsident, es würde für alle besser werden, er wolle Amerika wieder groß machen. Der Durchschnittswähler, der Trump wählte, malte sich den ewigen blühenden amrikanischen Traum „vom Tellerwäscher zum Millionär“ aus. Ob sich sein Traum erfüllen wird? Ich fürchte, nach Trump wird man nur verbrannte Erde finden, d.h. ihre Demokratie hat sich aufgelöst. Was folgt ist ein Zurück in die Autokratie.

Welche Alternativen hätte Deutschland? Und meinen diese, die von Alternativen sprechen, es ehrlich mit uns Otto-Normal-Verbraucher??

Comments

2 Kommentare zu „Vom Stadtbummel zur Weltpolitik“

  1. Avatar von Grinsekatz

    Passt auch dazu:

    1. Avatar von Flotterblogger

      Es brauchte etwas, bis sich mir das Zitat erschloss. Der Feind kommt auch aus den eigenen Reihen. In dem Fall ist der Griff aus Holz Teil des Waldes und der die Axt bei der Zerstörung unterstützt.
      Ich würde das jetzt mal ganz pauschal auf die Trumpwähler anwenden, die sich haben zum Werkzeug machen lassen. Echt gruselig, was gegenwärtig in den USA passiert. Aber das sollte auch eine Warnung für all die sein, die mit Populismus sympathisieren. Sie lassen sich ohne Gegenwehr zu einem Axtgriff umarbeiten, deuten diesen Prozess um und sehen sich als rebellische Helden, jedoch ohne Vision. Statt dessen tragen sie die Illusion als ihre Fahne in ihr MarionettenLeben.
      Danke für das kurz und knackige Zutat 🙋🏻‍♀️

Schreibe einen Kommentar