Kaum hat man Weihnachten hinter sich gelassen, winkt schon der Osterhase und stellt sich auf seinen Besuch ein. Zumindest wird im Handel der Schokoweihnachtsmann schnellstens gegen den Schokohasen ausgetauscht.
An der Haltestelle der Straßenbahn in meinem Wohngebiet befindet sich eine Festwiese die für alles mögliche genutzt werden kann. Es ist sowas wie ein Dorfplatz, auf dem alle möglichen Volksfeste gefeiert werden können. Als ich gestern an der Haltestelle stand, hatte ich noch einen Moment Zeit und konnte auf die Schnelle ein Foto von den Springburgen mitnehmen, was ich hier für ein Titelbild verwende. Die Kinder werden über Ostern ihren Spaß haben.
Bei der Suche nach einem passenden Titelbild zu Ostern fand ich auch ein Bild, das ich vor 5 Jahren gemacht hatte. Damals stand ich auf dem Marktplatz der Innenstadt und es war der 11. April 2020.

Nein, ich hab kein Staubtuch vor meinem Gesicht, sondern es war damals mein erster selbstgenähter Mundschutz. Der erste Lockdown hatte die Nation im Griff. Damals standen alle noch halbwegs in ihrer eigenen Schockstarre, erst später wühlte die damaligen Coronamaßnahmen viele Gemüter auf. Ich gehörte schon wegen des Alters zur Risikogruppe und eine als Kinder überlebte Lungen-TBC hatte mein Risiko daran schwer zu erkranken, noch erhöht. Was der Fremdling Coronavirus mit unserer damailgen heilen Welt machte, erfährt man noch heute, wenn man das Thema Corona und Impfung noch einmal erwähnt.
Mich wunderte damals, warum es so viele Menschen gab, die aus dem unerforschten Coronavirsus einfach zu einem bereits bekannten Grippevirus umbenannten, um darauf aufbaudend den Weg frei zu machen, den es brauchte, gegen den Staat zu Felde zuziehen. Damals glaubte ich, die Welt nicht mehr zu verstehen.
Heute kann ich kaum glauben, dass wir trotz der Ängst und Unruhen, die die Pandemie in der Gesellschaft auflöste, schon wieder soweit Geschichte ich, dass man, so wie ich heute, die Bilder aus der Zeit ansieht, als kämen diese aus einer fremden surrealistischen Welt.
Was ich damals nicht verstehen konnte, versuche ich heute zu verstehen und deshalb investierte ich Geld in ein Buch, das sich mit dem Phänomen von damals beschäftigt – „Gekränkte Freitheit – Aspekte des libertären Autoritarismus“ – eine Gesellschaftanalyse.
Für mich trägt das Buch einen großen Anteil zur Aufarbeitung dieser schweirigen Zeit bei. dabei geht es mir nicht um die Bestätigung der eigenen Welt, oder Meinung oder Auffassung, sondern ich will verstehen, was meine Mitmenschen bewegte, die gegen die Maßnahmen waren. Das Buch befähigt mich für´s erste, mich nicht mehr auf Puls bringen zu lassen, wenn ein Gespräch wegen der damaligen Maßnahmen wieder zu explodieren droht. Ich nehme mich sofort zurück und lasse dem Gegenüber den Dampf aus dem Kessel mit Pfeifgeräusch auspuffen.
Was ich bisher aus dem Buch mitnahm, ist, das wir Menschen dazu neigen, die Freitheit heute auch verdinglichen könne, sie als Besitz ansehen und sie viel zu selbstverständlich anzusehen. Aber auch, das je mehr Freitheit wir in einer Demokratie bekamen, je mehr achtet der Mensch darauf, wo die Demokrate die persönliche Freiheit einschränkt. Für mich ist das Paradox, aber so ist es nun mal. Fast wie im Märchen vom „Fischer und seiner Frau“ .


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