
Die dunkle Jahreszeit hat nun endgültig begonnen Das Tageslicht wird mit jedem Tag knapper. Das ist auch die Zeit der düsteren Gedanken, Gedanken, die das helle Licht scheuen. Denn diese halten sich in einer Art Parallelwelt auf, in der nur durch die Dunkelheit erhellt wird.
Diese Erkenntnis, die mir just in diesem Moment in den Sinn kam. stellt das logische auf den Kopf. Wie kann Dunkelheit Licht ins Dunkle bringen ? Das kling eher absurd, als logisch. Das ist das innere Auge, das auch in der Dunkelheit sehen kann und wahrnimmt, was sonst im Dunkeln liegt und das sind bei mir, wie bei vielen Anderen auch, die Ängste, die sich wie kleine unsichtbare Maden als Parasit Gehirn drängen können. Erst die Dunkelheit macht sie für mich sichtbar.
Da ist die Angst vor dem Tod..bzw. vor dem Sterben – oder die Angst vor einem Siechtum… ein Leiden, dass mich unfähig macht, mich selbst zu versorgen – damit verbunden die Angst davor, meinen Kindern aus dem oben genannten Grund zur Last zu fallen. Den Urängsten folgt die Existenzangst – als Selbstständige ist sie mein täglicher Schatten.
Mit den genannten Ängsten stehe ich ganz sicher nicht allein da, sondern teile sie mit Millionen von Menschen.
Mein Seil, an dem ich mich halte ohne mich zu klammern, ist mein Urvertrauen. Es hat zwar nicht mehr die Unerschütterlichkeit eines Babys, das darauf vertraut, dass seine Eltern es wärmen, ernähren, behüten und beschützen, denn diesen Kokon musste ich als Erwachsene lange verlassen. Aber ich orientiere mich an diesem Urvertrauen immer wieder neu..auch wenn Erschütterungen den Blick ab und zu darauf erschweren.
So ermöglicht der düstere Blick auf meine Ängste einen Blick auf mein Urvertrauen, das mich am Seil des Lebens hält.
Ostseemaus


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