Weißt du wie das ist ?

Nur noch heute Nachmittag 2 Kindergruppen, dass ich habe ich die letzte Trainerwoche im Februar geschafft.

Gestern war der lange Donnerstag, d.h. von Mittags bis zum Abends 22 Uhr. Und damit mich der Hungerhaken auf der Tour von einer Sporthalle zur anderen nicht quält, gönne ich mir vor dem Start immer eine gute Mahlzeit in der Innerstadt. Ich wollte im Rostocker Hof, in dem es einen großen „Fressbereich“ gibt, Risotto essen. Eine leichte Mahlzeit, die satt macht und lange vorhält.

Nach dem 2 tägigen Nahverkehrstreik in Rostock und Mecklenburg Vorpoimmern war die Innenstadt wieder gefüllt und ich musste sogar anstehen, bis man mich am Stand bedienen konnte. Jedoch wäre ich auf dem schmalen Gang dorthin fast über eine Frau gestolpert, die lang ausgestreckt am Boden lag. Sie sah schlafend wie ein Baby aus, so mit den Armen in U-Form nach oben gestreckt. Es sah aus, als wäre sie urplötzlich von Hochstuhl gefallen und sich dabei eine Bewußtlosigkeit zugezogen hatte. Zwei Frauen hockten neben ihr. Die anderen, die scheinbar zu dieser Gruppe gehörten, aßen unbeeindruckt ihr Essen. Jeder der helfen wollte, wurde wieder weggeschickt. Trotz der ungewöhnlichen Situation waren alle entspannt, die die bewusstlose Frau begleiteten.

Ich stand schon eine Weile in der Warteschlange – die Mahlzeit wird vor den Kunden frisch zubereitet – bis ich endlich mein Risotto-Teller rüber gereicht bekam. Nach 10 Minuten konnte ich mich damit an den Tisch setzen und essen.

Ich fand die ganze Situation irgendwie subtil. Während eine Frau mitten im Getümmel bewusstlos am Boden lag – die Sanitäter waren inzwischen schon eingetroffen und verschafften sich einen Überblick – aßen die anderen Menschen rundherum und ließen sich ihr Essen schmecken. Die Welt drehte sich trotz alledem einfach weiter und weiter. Und ich nahm ja auch meine Mahlzeit ein, während ich einen Blick auf Sanitäter mit ihren Instrumenten und einer Infusionsflasche hatte.

Die fahrbare Tragbahre stand schon tief abgesenkt neben der noch bewusstlosen Frau und sie lag noch am Boden, als ich nach gefühlte 30 Minuten den Rostocker Hof verließ. Ich wollte beim rausgehen noch einen Blick drauf werfen, aber mein Sohn zog mich weg. „Weiß du, wie blöd es ist, wenn man am Boden liegt, grade wieder zu sich gekommen ist und die Augen aufmacht und die Leute einen anstarren?“

In dem Moment wusste ist, warum ich nicht so intensiv auf den Anblick der am Boden liegen Frau reagierte, wie ist es sonst von mir gewöhnt war. Ich war einfach nur froh, dass es diesmal nicht Sohnemann getroffen hatte.

Wat dem een sien Uhl

ist dem anderen sien Nachtigall.

Traurig aber wahr.

Comments

12 Kommentare zu „Weißt du wie das ist ?“

  1. Avatar von bonanzamargot

    solche situationen muten grotesk an. wir menschen sind abgestumpfte idioten. da sind die gaffer, die sich an solchen situationen ergötzen und dabei ihren fastfood reinschieben…; und dieselben idioten kaufen womöglich wegen des corona-virus die supermarktregale leer.

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Bo.,
      ja..wir bekommen ja täglich massenhaft menschliche Dramen über TV ins Wohnzimmer geliefert.. Das führt zu einer gewissen Abstumpfung, denke ich mal und nicht nur das, wir vergessen auch schnell.
      Ich war wohl an dem Tag wohl froh, dass dieses nicht Sohnemann war, der am Boden lag. Und ich hoffe, dass er mit seiner Anfällen weniger wird, denn es passt grade seinen Lebenswandel seiner Erkrankung an.
      Der Corona-Virus macht einigen Angst, ganz klar, wenn man über die Nachrichten hört, wie gefährlich erst ist.
      Ich habe mich heute mal belesen, was eine Fachleute dazu sagen. Also, durchschnittlich umkreist ein für den menschlichen Körper unbekannter Virus alle 10 Jahre den Globus und es werden entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, wie Quarantäne und so..solange noch keine Gegenmittel auf dem Markt ist.
      Aber es sterben mehr Menschen an der normalen Grippe, als an den unbekannten Viren,, wie z.B. den Corona-Virus.
      Aber was willst du machen, wenn die Medien die Menschen so puschen. Wir kennen ja keine wirklichen Gefahren, wie Krieg oder gefährliche Tiere, und dann stürzt man sich auf die Gefahr, für die die Trommel besonders aut gerührt wird.
      Es soll ja sogar Menschen geben, die bunkern auch ohne Virus ihren Keller voller haltbarer Lebensmittel und glauben damit unterirdisch einen Atomschlag überleben zu können.
      Wenn die Leute die Regale leer kaufen, dann freut es den Händler, wenigsten einer, der dabei gewinnt 😉
      LG La We

      1. Avatar von bonanzamargot

        tja, und nicht wenige machen ihr geschäft mit den ängsten der menschen. die größte bedrohung ist selten ein viurs oder eine bakterie, sondern der mensch selbst mit seinen lügen, seiner heuchelei und seinem profitdenken.

      2. Avatar von flotterblogger

        genau….aber daran wird sich in Zukunft auch nicht viel ändern.
        Meine tägliche Arbeit mit Kindern zeigt mir, dass viele bis zum Erwachsen sein nicht viel dazu gewonnen haben. Wer als Kind egoistisch auftritt, wird es auch als Erwachsener weiter tun, nur etwas versteckt und verborgen. Wenn Mensch sich einen Vorteil verschaffen will und kann, dann tut er es. Zum Glück gibt es Gesetze, die das Maß einschränken. Aber die Polizei sagte kürzlich zu meiner Kollegin :“Jeder Mensch hat das Recht zu lügen“ Schwer nachzuvollziehen, aber wenn man Lügen strafrechtlich erfolgreich verfolgen würde, wäre die Welt ein eingier Knast. 😁😂🤣

      3. Avatar von bonanzamargot

        ja, für die freiheit muss man das recht auf lügen in kauf nehmen. es bleibt nur, sich selbst zu sensibilisieren. ganz sicher wird man nie sein können. nehmen wir z.b. den menschlichen schwachpunkt liebe.
        aber in einer freundschaft wie z.b. zu dir sehe ich wenig gefahr hinsichtlich von lüge und betrug.
        es gibt doch einige menschen, denen viel an gegenseitiger ehrlichkeit und gegenseitigem vertrauen liegt.

  2. Avatar von hanneweb

    Dein Sohn hat schon Recht. Denn auch ich weiß auch aus Erfahrung wie das ist wenn man am Boden liegt, erstversorgt auf eine Krankentrage gehievt wird und du in die Gesichter jeder Menge „Gaffer“ schaust. Denn wurde vor einigen Jahren auf dem Radweg von einen Van von meinem Fahrrad „geschubst“ und lag erstmal lange bewusstlos mit mehrfache Jocheinbruch usw auf dem Bürgersteig.
    Klar kann man da nicht wegsehen und muss man ja auch nicht, aber es gibt große Unterschiede wie jemand hinschaut und mir selbst wäre bei diesem Vorfall wohl eher erstmal der Bissen im Hals stecken geblieben.
    Liebe Grüße von Hanne

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Hanne,
      das hört sich ja schrecklich an.
      Ich sah mal eine Dokumentation über das Phänomen Gaffen. Gaffen ist eine „natürliche Reaktion“ von Menschen, die sich in dem Moment bewusst werden, dass sie grade auf der Sicheren Seite ihres Lebens stehen.
      Heute hat das aber noch einen anderen Hintergrund, weil das Handy ja auch noch Aufnahmen möglich macht und man mit den Aufnahmen noch hausieren gehen kann. Zum Glück hat man den ganzen jetzt einen gesetzlichen Riegel vorgeschoben und das Verhalten der Menschen sollte sich anpassen, denn sie dürfen es auch nicht mehr in den sozialen Medien ins Internet stellen.
      Ich wünsche dir noch ein schönes Wochenende

      LG Ostseemaus

  3. Avatar von Hedwig Mundorf

    Wenn bereits Hilfe geleistet wird, kann man beruhigt weiter gehen. Ich hasse diese Gafferei. Gut, dass es dieses Mal wohl anders war.

    1. Avatar von flotterblogger

      ich kann mir gut vorstellen, das die gute Frau dehydriert war und man per Infusion den Wasserhaushalt erst mal hergestellt hat.

  4. Avatar von kowkla123

    manchmal weiß man nicht, was man tun soll, da ich erkältet bin, folgt heute nur ein kurzer Gruß von mir zu dir, Klaus

    1. Avatar von flotterblogger

      Hallo Klaus,
      ich hoffe, du hast die Erkältung bereits überstanden. Ansonsten wünsche ich dir weiter eine gute Besserung und ein schönes Wochenende
      LG Ostseemaus

      1. Avatar von kowkla123

        vielen dank

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