Gedanken sind immer dabei

Samstags fahre ich gern in das Stadtzentrum und mische mich ebenso gern unter die Menschenmassen. Ich mag das Treiben auf den Straßen, in den Geschäfte und den Cafés. Und gestern war das Wetter auch wie gemacht dafür. Sonne satt unf frühingswarm. Was nicht nach Warnemünde fuhr, tummelte sich so wie ich im Stadtzentrum. Die Händler dürften sich auch gefreut haben, denn seit Samstag fiel die Maskenpflicht in den Geschäften. Das Personal war damit von einer Art Aufsichtspflichtt entbunden. Ich denke, sie waren in der Vergangenheit deshalb auch jede Menge Frust ausgesetzt, wenn der eine oder andere kein Einsehen unter dem Motto :“Was geht mich fremdes Elend an“

In Bus und Bahn besteht weiterhin Maskenpflicht und so hat man als fahrender Bürger seinen Mundschutz immer dabei. Ins erste Geschäft wollte ich auch ohne Maske gehen. Aber ich fühlte mich irgendwie nackig um meine Mundgegend herum. Hmm…wer hätte das gedacht, dass ich mich schon so sehr daran gewöhnt habe, dass sie mir sogar fehlte 😀 . Aber das ging mir wahrscheinlich nicht nur allein so, denn die meisten Kunden trugen in den Geschäften nachwievor ihren Mundschutz.

Ich blieb auch dabei, denn ich habe keine Lust, mir auf den lezten Drücker doch noch Corona einzufangen, obwohl sich aus meinen Yoga- und BauchBeinePoGruppen ständig Leute abmeldeten, weil sie sich mit Corona infiziert hatten, dito die Kinder im Kindersport. Ich war immer mittendrin. Doch bis jetzt hatte ich Glück. Zum Glück dringt die OmikronVaritante nicht in die Lungenzellen ein und damit ist auch ein milder Verlauf für die meisten zu erwarten. Doch jeder von den Betroffenen hatte seine eigene Krankengeschichte. Es war alles dabei. Von – „nix gemerkt – bis – „muss ich nicht noch einmal haben“. Doch bei allen bleibt die Unsicherheit, weil ein Rückfall auch möglich sein kann.

Aber na gut. Die Pandemie ist für mich noch das kleine Übel, das wir zur Zeit aushalten müssen. Der PutinKrieg macht mir da ganz anders zu schaffen. Das Bild, was ich vorher von Rußland und seinem Volk hatte, stürzt grade in mir zusammen. Ich kann es nicht verstehen, dass sogar das Volk einen Krieg beführwortet und mitträgt, auch unter dem Motto: „Was geht uns fremdes Elend an“. Zur Zeit ertrage ich die Nachrichten dazu nur in kleinen Dosen und die Angst schwingt dabei stetig im Hintergrund die Trommel. Ein subtiler Geräusch, das ich trotz der dosierten Nachrichten, nicht ausblenden kann. „Was ist, wenn Putin sein Schlag gelingt? Wenn er damit durchkommt? Welches Signal sendet er damit an andere Autokraten, die weltweit noch den politischen Drücker in der Hand haben?2 Und ich frage mich zum -zigsten mal, warum es immer wieder Menschen gibt, die Autokraten folgen?

Trotzdem geht das Leben weiter und weiter. Hier bei uns in Deutschland, in Rostock bleibt alles so, wie immer.

Und mein Stadtausflug war gestern wie immer. Die Gedanken an die Menschen in der Ukraine konnte ich jedoch nicht ganz ausblenden. Ich konnte mich angesichts der Tragödien, die sich in einem anderen zur gleichen Zeit abspielen, nicht ganz so locker sein, wie sonst.

Comments

4 Kommentare zu „Gedanken sind immer dabei“

  1. Avatar von Rosa Ananitschev

    Das Volk in Russland, warum die meisten den Krieg befürworten – ein komplexes Thema. Es hat viele Ursachen. Die jahrzehntelange Unterdrückung der Freigeister, die Repressalien, die Auslöschung der Besten, der Denkenden und Verstehenden … Es kam eine kurze Zeit und Hoffnung auf ein freies Leben ohne Diktatur keimte auf, aber Putin machte alles wieder zunichte. Das, was er angerichtet hat, wird das Land weit zurück in die Finsternis werfen, da rauszukommen wird schwer. Aktuell haben die Menschen dort keine Möglichkeit, die Wahrheit zu erfahren, und die Lügen der Machthabenden und Propagandisten sind so glaubhaft, dass nicht jeder sie durchschaut. Dazu kommen die Bestrafungen für diejenigen, die dem Regime auch nur im Kleinsten widersprechen. Wer möchte schon in ein russisches Gefängnis, wo Foltern an der Tagesordnung sind?

    1. Avatar von flotterblogger

      Ja..Liebe Rosa, das kann ich gut nachvollziehen. Ich kenne Propaganda ja auch noch aus DDR Zeiten. Wenn man seiner Regierung vertraut, dann glaubt man das auch.
      Es hätte nach der Wende auch viele Jahre gebraucht, bevor ich akzeptieren könnte, das ich in einem NichtRechtsstaat aufgewachsen bin. Die Gewaltenteilung ist ja ein Merkmal dafür.
      So ist es im Russland ja immer noch. „Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“.

    2. Avatar von flotterblogger

      Oh..jetzt habe ich die Antwort zu schnell abgesendet.

      Ich sah mal einen Beitrag im TV über russische Gefängnissen. Oh mein Gott, fast wie im Mittelalter, so war mein Eindruck.

      Der Anschluss von Russland an den Westen, so wie Putin es wollte, hatte nicht geklappt. Er fühlte sich wohl nicht ernst genommen und daher latent immer etwas gekränkt. Und kritisiert wurde er ja auch stetig. Jetzt will er auch dem Westen zeigen, was eine Harke ist.

      Eine Kränkung ist für eine Person mit einem großen Ego, wie Putin es wohl hat, unentschuldbar.

      Für das russische Volk bedeutet das für die Zukunft, dass man sie weltwirtschaftlich wohl eher meiden wird.

      Irgendwann geht auch der Krieg zu Ende und dann erst wird das Desaster im vollem Umfang sichtbar.
      Und es braucht Generationen, bis Russland in der Welt wieder einen Anschluss findet.

      Für Autokraten wie Putin spielt das alles keine Rolle. Nach ihm die SinnFlut. Für Menschen wie ihn zählt nur der Sieg über den erklärten Feind, sonst nichts. Die Zukunft spielt für ihn und sein Gefolge keine Rolle. Das macht sie noch gefährlicher.

      Es tut mir weh, wenn ich die Bilder aus der Ukraine sehe, so dass ich es gar nicht ertragen kann. Und dann die vielen toten Soldaten auf russischer Seite. Wieviele Mütter weinen schon um ihre Söhne? Hilft Ihnen der Glaube, dass es um eine gute Sache geht, wie Putin Ihnen das glauben lassen wird?🤔

      1. Avatar von Rosa Ananitschev

        In den Köpfen der Russen ist so viel verdreht – die Propaganda leistet „gute“ Arbeit. So wundert es mich nicht, dass manche Mütter stolz darauf sind, dass ihre Söhne als Patrioten für das Vaterland gekämpft und gefallen sind. Wenn sie Putin glauben, dann glauben sie auch, dass dieser Krieg gerecht ist. Leider.

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