Fliegender Wechsel

Sommerferien heißt auch Omazeit. Meine Enkelkinder geben sich bei mir grade die Klinke in die Hand. Gestern brachte ich die große Enkeltochter zum Zug, 30 Minuten später empfing ich das nächste Enkelkind auf den selben Bahnsteig. Die beiden Mädels – 17 bzw 16 Jahre alt – kamen nacheinander. Jeder von ihnen genießt und gestaltet die Zeit bei mir auf seine Weise. Die Große wollte nur spazieren gehen, die Jüngere freut sich auf den Strand. Ab und an mal Kino und Eisbecher essen, das war´s . Vorbei die Zeit, in der sie mit Freude die zahlreichen Spielplätze erstürmten, vorbei die Zeit, in der sie am Strand ihre Kleckerburgen bauten. Dafür haben sie als ausgewachsene Teenies nur noch ein müdes Lächeln übrig. Nicht mehr vorstellbar für sie, dass sie mal Spaß daran hatten.

Die Kinderjahre liegen schon – zumindest für sie – eine gefühlte Ewigkeit hinter ihnen. Jetzt müssen sie sich neue Spaßtempel erschließen. Doch so wie ich – also ihre Oma – springen sie nicht über die Tanzfläche und träumen sich nicht in Tagträumen von einem Tanzabend zum anderen, fiebern keinen Dorftanz entgegen, wie ich es in ihrem Alter tat. Ja, der Dorftanz war damals für mich das Größte, das größte Abenteuer, was das Flirten und Schäckern betraf. Meine Augen waren nur auf die Jungs gerichtet, die mir gefielen, in der Hoffnung, dass sie auch mich ins Auge fassten. Forderte mich ein Traumprinz sogar zum Tanze auf, konnte ich nur mit Mühe eine Ohnmacht verhindern.

Ja..der süße Vogel Jugend. Viel zu schnell fliegt er an einem vorbei. Zumindest im Rückblick fühlt es sich für mich so an. Und damit stehe ich wohl nicht allein da. Wenn ich heute einen Blick auf die Jugend werfe und dabei sehe, wie sie nahezu ununterbrochen auf ihr Handy schauen, frage ich mich, ob ihnen nicht etwas wichtiges ihrer Jugend abhanden kommt? Etwas, was sich nicht nachholen lässt?

Ansonsten genieße auch ich die Ruhe und die Tatsache, dass ich nicht von einer Sporthalle zur anderen unterwegs sein muss. Alle Sportvereine schließen ihre Tore während der Sommerfereien. Ab und an mache ich noch Yoga mit meinen Yogis im Freien, wenn das Wetter es zulässt.

Wenn ich nicht grade meine Familie versorge, versorge ich die Spatzen, damit sie sich näher in mein Umfeld begeben. So kann ich die lustigen Gesellen aus nächster Nähe beobachten. Dafür hatte ich zum Beispiel in meiner Jugend kein Auge. Zumm Glück lässt sich das aber nachholen.

Achja und Frau Taube hat wieder das Nest bezogen und arbeitet an ihren Nachwuchs.

Comments

3 Kommentare zu „Fliegender Wechsel“

  1. Avatar von Hedwig Mundorf

    Viel Spaß mit der Enkelin und den Spatzen, von denen Dir tolle Fotos gelungen sind @

    1. Avatar von flotterblogger

      Danke Hedwig.
      Ich finde die Fotos auch süß. Sie gelingen ja immer eher zufällig, weil die Kamera schon alt ist und es vom auslösen dauert bis das Foto gemacht ist. Manchmal sind die Spatzen dann schon weg.😄.
      Hab noch eine gute Woche
      LG Ostseemaus 🙋🏻‍♀️

      1. Avatar von Hedwig Mundorf

        Danke, das wünsche ich Dir auch. Ich genieße gerade den Strand….

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