Nur das Zwitschern der Vögel belebt z.Zt. als Geräuschkulisse den Innenhof. Kein Kind, kein Kegel, keine menschliche Stimme durchbricht die Ruhe. Ich frage mich, wo sind die Kinder, die sonst lärmend durch den Innenhof laufen und spielen? Wo sind die Eltern, die ebenso lautstark aus der Ferne ihre Kinder zur Ordnung rufen? Zumindest an den Nachmittagen war in meinem Wohnumfeld eine Menge los. Ungewohnt für meine Ohren die Ruhe, man kann fast schon sagen, die absolute Stille. Vielleicht habe ich ja was mit den Ohren? Aber dann würde das muntere Vogelgezwitscher auch an meinem Trommelfell ungehört vorbei rauschen. Fazit, mit den Ohren habe ich nichts. Vielleicht verschwinden altersbedingt die hohen und tiefen Frequenzen aus dem Klangbild, aber ansonsten brauche ich noch keinen „Trichter für die Ohren“ um die Schallwellen zu bündeln und einzufangen. 😀
Gefühlt nehme ich die Hitze auch als Lärm wahr. Und davon hatten wir die letzten Tage ja ausreichend. Ich habe dann das Gefühl, die Hitze brüllt unablässig in meine Ohren, wie ein Tinitus, der keine Ruhe geben will, auch nachts nicht. Aber der Norden hat Glück und die Hitzewelle zog im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht ab. Binnen 24 Std. fiel die Temperatur von 39 ° auf 19 ° C. Nachdem mir gestern vormittag auf den Balkon das Gehirn noch wegeschmolzen wäre, fror mir heute fast der Hintern ab. Mit der kühlen Luft verschwindet auch der „WärmeLärm“ aus meinem Körper.
Meine Enkeltochter konnte oder wollte wegen der Hitze nicht mehr vor die Tür. Auch nicht am Abend. Ihre Atemnot, bedingt durch Bronchialasthma, machte ihr zu schaffen. Sie saß in ihren Bett wie ein Schluck Wasser, wollte nur ihre Ruhe haben. Ich konnte sie weder mit einem Kinobesuch, noch mit einem Eisbecher ins Freie locken und an die Ostsee wollte sie erst, wenn es nicht mehr so heiß ist. Heute ist es endlich so weit, die Ostsee wartet auf uns. Noch ist der Himmel bedeckt. Aber das macht nichts. Von der brennenden Sonne hatten wir ohnehin genug.
Die Spatzen und Kohlmeisen fallen über die Futterstationen, die rund um meinen Balkon hängen, her. Sie hacken nicht nur auf die Meisenknödel ein, sondern sich auch gegenseitig auf die Köpfe derer, die auch ans Futter wollen. Hat ein Spatz sich den Weg an Futterquelle freigehackt, dass macht ihm der nächste Spatz schon den Futterplatz streitig. 50% ihrer Energie brauchen sie auf, sich gegenseitig das Futter streitig zu machen. Sie sind permant im FutterneidStress. Aber so ist ihre Natur. Den Garaus machen sie sich zum Glück trotzdem nicht . 😄
Vielleicht sind die Tiere klüger als wir Menschen, auch wenn wir die Tiere belächeln. Zur Zeit lesen ich den Thriller von Frank Schätziger „Der Schwarm“. Der Roman erregte damals (2004) großes Aufsehen, doch ich scheute vor den fast 1 000 Seiten zurück.

Das Buch hat es nicht nur im Umfang der Seiten in sich, liegt nicht nur schwer in der Hand, weil es soo dick ist, es vermittelt auch umfangreiches Wissen über Komplexitat des Zusammenwirkens von Mensch, Natur, Umwelt und Klima. Erstaunlicher weise, so stellte ich bis jetzt beim Lesen fest, wird das Thema, was der Buchautor bearbeitet – der vereinfachte Plot „Die Natur schlägt zurück“ – tägllich aktueller. Der Autor selbst sagte damals in einem Interview, er hätte dafür 2 Jahre recherchiert, bevor er in emsinger Fleißarbeit die 1 000 Seiten zu Papier brachte. Er hatte damals seine Weitsicht zu Papier gebracht.
Das Buch wurde ein Welterfolg und ich wollte es in meinem Bücherreagal nicht weiter schmoren lassen.
Für den, der das Buch schon gelesen hat, weiß, das Buch liest sich nicht nur von selbst, es vermittellt auch viel Wissen über die Wasserwelt in tieferen Zonen, von der wir nur wenig wissen. Unter anderen wissen wir nicht, ob sich in den Tiefen der Meere und Ozeane wegen ihrer Verschmutzung durch Menschen nicht etwas zusammenbrauht, was unser zukünftiges Dasein maßgeblich verändern wird.
Das ZDF hat daraus einen 8-Teiler gemacht, der erst in 2023 im TV zu sehen ist. Man darf darauf gespannt sein.


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