Wie im Fluge vergingen die Ostertage. Kaum hatte ich mich über die freien Tage in aller Ruhe gefreut, schon sind sie auch schon wieder vorbei. Ich vergrub mich in meine Wohnung und ward nicht mehr zu sehen. Es tat mir gut, mal für nichts und niemanden da sein zu müssen, sondern nur für mich allein. Für andere habe ich immer einen Plan, für mich selber hatte ich keinen. Ich ließ mich treiben, von Zimmer zu Zimmer, von Bildschirm zu Bildschirm und von Supermarkt zum Stadtbummel.

Ostermarkt Rostock
Der Ostermarkt war gut besucht. Schon lange gab es solch ein Getümmel auf der Kröpeliner Straße nicht mehr. Als ich durch die Menschenmenge flanierte, rechnete ich nach, wie viele Jahre die Pandemie die Feiertage vereinnahmt hatte. Was den Ostermarkt betrifft, waren es drei Jahre.
Die Zeit ist für mich irgendwo im Nebel verschwunden und in meiner Erinnerung reihen sich die Volksfeste aneinander, als hätte es keine Auszeit gegeben. Was mich betrifft, ich hatte damit ja nicht gehadert. Es hätte schlimmer kommen können. Wir sind eine verwöhnte Generation und waren von einer absoluten Sicherheit überzeugt.

Glotz TV am Karfreitag
Ich nahm meine Stellung vor dem Fernseher ein. Wofür zahle ich jeden Monat für Streamingdienste, wenn ich mir da kaum einen Film ansehe? Ich starte mit einem NetFlix-Film „Der Vogel“. Ich entschied mich für den Film, weil Kevin Kline in der Vorschau zusehen war. Naja..das Thema war gut, aber so richtig gezündet hatte der Film bei mir nicht.
Also der nächste Film. Weil ich von der Bequemlichkeit schon zu besessen war, kaufte ich mir über Amazon Prime den Film „Lovesong für Bobby Long“. Ich hätte ihn auch in meinen Player legen können, doch der war nicht angeschlossen. Ach, was soll’s nur 3,89 €. Mit einem Klick war das Geld von meinem Konto und ich konnte sofort den Film starten. Achja..ich fühlte mich gleich wie zu Hause, denn ich hatte den Film schon einige Mal gesehen. Er ist für Literaturliebhaber gemacht, denn der Zuschauer bekommt viele Zitate serviert. Die Geschichte erzählt einem gestrandeten Literaturprofessor und seinem Assistenten. Eine herzerwärmende Geschichte mit grandiosen Schauspielern.
Alle guten Dinge sind drei, also schaute ich mir nach langen Suchen auf Netflix einen dritten Film an „P.S. Ich liebe dich“. Auch den Film hatte ich schon gesehen, aber die Hauptdarsteller stehen auf meiner Bestenliste.
Trauerarbeit

Ich wählte die Filme eher zufällig aus, nur einfach so, weil mir danach war. Erst am Ende meines Filmmarathons fiel mir auf, dass alle drei Filme von Trauerarbeit handelt. Puh..das ist ja ein Ding, dachte ich mir, denn immerhin stand ich während der letzten 3 Jahre mindestens 5 Mal auf dem Friedhof, um nahe Verwandte und Bekannte auf dem letzten Weg zu begleiten. Zum Glück hatte ich genügend Taschentücher bereitliegen, denn meine Tränen rollten plötzlich wie Sturzbäche über mich hinweg.

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