Manchmal laufen mir Begrifflichkeiten über den Weg, die es mir ermöglichen unerklärliches, undurchsichtiges oder fragwürdiges aus der Vergangenheit zu begreifen. Da spielte sich etwas vor meinen Augen ab, was ich nicht verstand und Fragezeichen über meinen Kopf tanzen ließ. Sie tänzelten bis jetzt und verschwanden erst als die Begrifflichkeit bzw. die neue Erkenntnis mir erlaubte, Licht in das zu bringen, worauf ich vorher ohnmächtig und mit fragenden Augen draufschaute. Und vor 2 Tagen gab es diesen Moment. Eine Begrifflichkeit trat in mein Leben und ich verstand rückwirkend die Welt, die ich damals nicht verstand. Die Begrifflichkeit, die für mich Licht ins Dunkle brachte, heißt „Kongnitive Dissonanz.“ Schon mal gehört oder darüber gelesen? Ich nicht und ich wurde neugierig
Kognitive Dissonanz
Kognitive Dissonanz bezeichnet in der Sozialpsychologie einen als unangenehm empfundenen Gefühlszustand, der dadurch entsteht, dass ein Mensch unvereinbare Kognitionen hat (z. B. Wahrnehmungen, Gedanken, Meinungen, Einstellungen, Wünsche oder Absichten). Kognitionen sind mentale Ereignisse, die mit einer Bewertung verbunden sind. Zwischen diesen Kognitionen können Konflikte („Dissonanzen“ genannt) entstehen.
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Es dauerte nicht lange, bis mich das Thema „kognitive Dissonanz“ rückblickend auf die 3 zurückliegenden Jahre der Pandemie mit all den staatlichen Maßnahmen und dem daraus resultierenden Verhalten der Menschen blicken ließ und ich verstand, was ich vorher nicht verstand. Die Menschen reagierten unterschiedlich, weil die Situation, in der wir uns damals befanden, ja eine nicht enden wollende außergewöhnliche Situation darstellte und jeder auf seine Weise nach einem (Aus)Weg suchte, das Unbehagen für sich wieder aufzulösen. Jeder ging da seinen Weg. Ich las damals alles, was ich an Büchern über Pandemien und Viren finden konnte. So löste ich für mich die innere Spannung. Ich hatte einfach Angst, dumm zu sterben und mit unausgegorenem Wissen diese Welt verlassen zu müssen.
Aber wie ich schon schrieb, jeder ging seinen eigenen Weg. Einen davon beschreibt „Wikipedia“. Ich hebe diesen Abschnitt in meinem Beitrag hervor, weil dieses Verhalten mich damals am meisten erschütterte und sogar Freundschaften zerbrechen ließ.
Auch Scheinlösungen, Illusionen und Ausreden können Spannungen reduzieren:
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- Die Erregung wird auf andere Ursachen zurückgeführt („Die Scheinheiligkeit der Leute nervt mich“);[8]
- Der Widerspruch zwischen Verhalten und Einstellung wird heruntergespielt („So schlimm ist mein Verhalten nun auch wieder nicht“);
- Das Verhalten wird als erzwungen dargestellt („Ich musste so handeln“);
- Nichtwahrnehmen, Leugnen oder Abwerten von Informationen;
- Selektive Beschaffung und Interpretation von dissonanzreduzierenden Informationen.
In meiner Familie und Freundeskreis wurde ich mit den beschriebenen Scheinlösungen konfrontiert. Der Schuldige war schnell ausgemacht. Die Regierung, die grade dabei war, faschistische Machtstrukturen auf- und auszubauen. Das Volk sollte mit Lügen unterdrückt werden. Fakten wurden nur noch denen abgenommen, die sich als allwissende Wahrheitshüter verkauften. Sie wurden ihre anerkannten Prediger, die fast tagtäglich über die „Lügengeschichten“ von Regierung und öffentlich-rechtliche Medien informierten. Die selbsternannten Wahrheitshüter haben sich damit einen „Arsch von Geld verdient“ und tun es auch heute noch. Dieser Weg der Konfliktlösung der Menschen war ein wahres für Füllhorn für z.B. verlinkte Personen in meinem Text.
Sie wurden auf einen Sockel gestellt und zu ihren Sockelhelden ernannt, die sich mutig und standhaft der vorherrschenden Politik entgegenstellten. Dass ihre Sockelhelden scheinheilige Selbstdarsteller sind, wird ignoriert. Vielleicht ist das auch nur Selbstschutz, weil man sich ungern eingesteht, dass man auf die Selbstsucht derer hereingefallen ist.
Mit dem Beitrag will ich mich weder als Moralistin noch als Sockelheldin aufspielen, sondern nur erzählen, dass ich mit dem neu gewonnenen Wissen viel versöhnlicher in die Vergangenheit schaue. Und das neu erworbene Wissen ermöglicht es mir auch, mein eignen es Verhalten besser zu verstehen, denn alles kann, was in mir ist, das nicht in Einklang mit dem Äußeren ist, Spannungen auslösen.


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