Mit der Zeitumstellung Ende Oktober, rast die Zeit mit Hochgeschwindigkeit dem Jahresende entgegen. Zumindest ist das mein Empfinden. Ruckzuck liegt einem das neue Jahr zu Füßen. Mal sehen, was ich daraus mache. In meinem Alter habe ich nicht mehr so viele Gelegenheite, etwas besser zu machen, als das Jahr zuvor. Für mich sind die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr in wahrsten Sinne des Wortes, Tage der Besinnung. Aber vorher braucht es immer ein paar Tage, bis ich meinen Tagesrhythmus ohne Termine gefunden habe. Gestern warf ich erstmalig nach Jahren wieder mal einen Blick auf die Silversternächte zeitlich ganz weit zurück.
Damals war´s
Ja, damals, noch mitten in den wilden Jahren, musste es zu Silverster immer krachen. Aber damit sind nicht die Böller oder Silvsterrakten gemeint. Ich wollte Spaß, lustig und ausgelassen sein. Deshalb war es für mich unvorstellbar, die Silversternacht nicht in einer geselligen Runde zu verbringen. Meistens gelang es mir, eine Feierrunde zusammen zu bekommen. In meiner frühsten Jugend war das Dorffest in meinem Heimdorf noch das höchste der Gefühle. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass es irgendwo anders besser sein könnte, als in unserer Dorfkneipe.
Dann kam Rostock und die große Stadt stürzte mich erst einmal in eine nie gekannte Einsamkeit. Doch ich fand aus der Einsamkeit wieder raus und eine Feierrunde für die Silversterparty fand sich auch wieder. Meist in der eigenen Wohnung oder bei Freunden. Die Kinder wurden groß und zogen aus, lebten ihr eigenen Leben. Aus den berauschenden Silversterpartys wurden gemütlich Silversterabende mit einem kurzen Aufflaggern, der vergangen Stimmung zum Jahreswechsel. Dann senkten sich unsere 4 Buchstaben wieder auf Stühle, Sessel oder Couch zurück und wir sahen fern.
Und heute?
Die Enkelkinder sind groß und feiern lieber mit Freunden, als bei ihrer Oma auf der Couch zu sitzen. In diesem Jahr verbrachte ich die Silversternacht allein in meiner Wohnung. So war es auch im letzten Jahr. Ich nutzte die Zeit, um auf die vergangene Zeit zurück zu blicken. Ohja, ich habe ein ganzes Bündel an Erinnerungen. Ich kann mir sagen: „Du hast nichts verpasst und nichts ausgelassen, hattest jede Menge Spaß. Alles hat seine Zeit“ „Ja, das ist richtig“ antwortete ich mir selbst. „Es gibt nichts, was ich nachholen muss“
Also sah ich mir auf Sat 1 „Caste Way – Verschollen “ an. Eine moderne Rosinsongeschichte, mit Tom Hanks. Ich warte dann gespannt die zwei für mich magischen Sätze, die ich auch gern mal im Alltag benutze. Es ging um die Szene, in der Tom Hanks versucht, ein Feuer auf alte herberachte Weise durch Reibung zu entfachen. Wer den Film gesehen hat, erinnert sich vielleicht an die Szene. Nach mühseliger Arbeit stieg endlich eine kleine Rauchfahne auf und er rieft:
„Da muss Luft ran“
Später tanzte er in Siegerpose um sein ersten Lagerfeuer und rief in die menschenleere Welt hinaus:
„Ich habe Feuer gemacht“
Nach seiner Rettung in der Heimat wieder angekommen, hielt er ein Feuerzeug in der Hand. Er rieb einmal kurz den Feuerstein und schaute demütig auf die Flamme. Diese Demut nehme ich mit den nachfolgenden Worten ins Jahr 2025.
Nichts ist selbstverständlich, auch wenn es uns selbstverständlich erscheint.
Ich wünsche allen Bloggern ein gesundes, frohes und fröhliches neues Jahr 2025. Passt auf eure Gedanken auf.
In dem Sinne – besser als Bully kann ich das nicht sagen


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