Wenn das Jahr zu Ende geht, endet für mich gefühlt die Nacht gar nicht mehr. Wenn der Tag wegen grau-in-grau-Wetter nicht hell werden will, dann kommen mir die Menschen irgendwie gereizter vor. Vielleicht fehlt ihnen wie mir das gelbe Licht der Sonne. Oder vielleicht stresst sie die Vorbereitung auf die Weihnachtstage. Es soll ja alles rundum perfekt werden.
Perfekt ist auch so ein Lieblingswort der Neuzeit. Alles muss perfekt und auf den Punkt sein. Der perfekte Partner, das perfekte Hochzeitskleid, der perfekte Urlaub, das perfekte Auto, das perfekte Haus. Alles muss perfekt sein, selbst die Familie sollte perfekt sein. Aber das mit dem perfekt sein, ist nur ein Einschub von mir.
Meine Vorbereitung auf Weihnachten hielt sich in Grenzen. Ich erwartete keinen Besuch. Nachdem ich Jahrzehntelang die Weihnachtstage bei meinen Eltern verbrachte, war ich später bei meiner Schwester oder meiner Tochter. Vor ein paar Jahren entschied ich mich, nirgendwo mehr hinzufahren. Ich wollte nun bis zum Ende meiner Tage über die Weihnachtstage in meinem eigenen Bettchen schlafen. Ich wollte von meinem eigenen Tellerchen essen. Aus meinem eigenen Becherchen trinken und das TV-Programm gaaanz allein bestimmen. Nun gut, das geht nicht ganz ohne Preis. Ich muss dafür auf die Geselligkeit verzichten, die mir ja auch am Herzen liegt. Aber gut, man kann nicht alles haben.
Weihnachten

Für heilig Abend bekam ich von meinen Yogis zwei Karten für eine große Weihnachtsshow auf dem Eis geschenkt. Genauer gesagt, erhielt ich die Karten von einer meiner Yogis. Deren Tochter ist Mitglied des Rostocker Eiskunslaufvereins. Und dieser läd alljährlich zu einer Weihnachtsshow ein.
Bis dato wusste ich gar nicht, dass in Rostock auch Eiskunstlauf trainiert wird. Bisher sah ich Eiskunstlauf nur im TV. Es war also das erste mal, dass ich Eiskunstlauf in Live erleben würde. Die Veranstaltung dauerte 2 Stunden. Mir war in keiner Minute langweilig. Die hochtourigen Pirouetten und die extra hohen Sprünge wurden nicht gezeigt. Aber die Mädels stecken ja alle noch in den Kindereisschuhen. Die Show wurde in eine zeitgemäße Geschichte eingebettet und in Eissportszene gesetzt. Der einzige männliche Eislaunstläufer – auf den unteren Bild zu sehen – war allderdings nur geliehen. Er gehörte zur Eishockeymannschaft. Nichts ist perfekt.





Damit hat die 17. Eisgala meine Weihnachtstage eröffnet. Anschließend traf ich mich mit dem Sohn im Restaurant „Alex“ . Wir gönnten uns ein oppulentes Weihnachtsessen. Zu Hause angekommen, tauschten wir unsere Weihachtsgeschenke aus und das war es dann schon für den heilig Abend. Der Sohn musste am nächsten Tag in aller herrgottsfrüh aus dem warmen Bett springen. Er stürzte sich ins Weihnachtsgeschäft der Gastronomie. Seit dem arbeitet er im Restaurant täglich fast 10 Stunden am Stück. In der Silversternacht kam er sogar auf 17 Stunden am Stück. Ein Gastronom hat für Feierei am Jahresende keine Zeit. Nichts ist perfekt und „wat dem enen sien Uhl, is dem anderen sien Nachtigall“
mein Kalenderzitat für den 2. Januar 2025
„Der Optimist hat nicht weniger unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher“


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