Schon wieder ist eine Woche in die Geschichte eingegangen. Die Aufreger der letzten Woche zu dem Wahlergebniss sind abgeflaut. Ich glaube, das jeder das Ergebnis für sich allein verstoffwechselt. Mir bleibt nur die entsetzte Festellung: „Hilfe, ich fühle mich im Osten umzingelt. In Mecklenburg Vorpommern, inklusive Rostock, sind überall AfD-Wähler“ 😥. Ich weiß zwar nicht, was die Ost-und Norddeutschen von der AfD erwarten. Eine Verbesserung ihrer Lebenlage? Geht es uns denn nicht gut?
Ich erinnere mich noch an 1989, als die Leute im Osten alles über Bord geschmissen haben. Anschließend war das Geheule groß. Die Hoffenden wollten von beiden Seiten das beste, ein bißchen Sozialismus, ein bißchen Kapitalismus. Doch diese beiden Systeme sind unvereinbar.
Jetzt erhoffen die Wähler der AfD, dass die guten alten Zeiten wiederkommen, dass endlich die Flüchtlinge außer Landes getrieben werden. Das endlich alle Bemühungen, den Klimawandel zu stoppen, wieder vom Tisch gefegt werden. Ein starker Mann (oder starke Frau) muss kommen und aufräumen. Dann, dann können alle ihr altes gemütliches altes deutsches Leben weiterführen. Ist das so? Kommen die Flüchtlinge wirklich zu uns, weil sie sich als Sozialschmarotzer in unsere ach so schöne deutsche Heimat einnisten wollen?

Den TV-Tip bekam ich kürzlich von meiner Tochter. Sie bat mich, diese Dokumentaion – sie ist noch bis Mitte Mai in der Mediathek zu finden – anzusehen. Ich sah mir die Doku an und musste mit mir ringen, am Ball zu bleiben. Die Nacht darauf konnte ich nicht schlafen. Zu schrecklich war das Leid, das mutige Journalisten für die Nachwelt dokumentiert haben. Als ich meinem Sohn am nächsten Tag von der Doku erzählen wollte, konnte ich nicht sprechen, ich bekam einen Weinkrampf. Und auch jetzt, wo ich die Doku hier im Blog erwähne, laufen mir erneut die Tränen.
Aber seht die Dokumentation selbst. Bildet euch ein Urteil, ob ich übertrieben habe. Vielleicht bin ich zu rührselig, was die Dokumentaion betrifft. Was sich in Syrien abgespielt hatte, davon wurde in der jüngsten Vergangenheit ebenfalls berichtet.
Und ich frage mich, ob die rechtsradikalen Parteien und ihre Anhänger wirklich nur das Beste für uns gemeines Volk wollen. Oder haben sie andere Ziele? Wollen sie die Demokratie nutzen, um sie abzuschaffen? Außerdem muss die Macht dauerhaft gesichert werden. Wie soll das geschehen? Wie leben doch in einem Rechststaat, oder?
Ein östereichischer rechtsradikaler Politiker sagt einmal in die laufende Kamera, wie seine Vorstellungen sind. „Die Politik sollte nicht dem Recht folgen, sondern das Recht sollte der Politik folgen“. Wie das geht, zeigt uns derzeit Donald Trump. Es vergeht kein Tag, an dem von seinem Umbau von Demokratie in Autokratie nichts hört, liest oder sieht. Und er ist schneller, als die Gerichte ihn stoppen können.
Und damit ist alles gesagt.
Gibt man dem Rechtsradikalen erst einmail den kleinen Finger, nehmen sie die ganze Hand. Oder aber anders gesagt, gibt man ihnen seine Wahlstimme, dann reißen sie sich alle Machtinstrumente unter den Nagel. Sie geben sie nicht mehr her. Und der arme Mann wird unter ihrer Macht mehr noch als nur dran sein.


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