Pfingsten ohne Sonne – so ist das Leben

Für die Pfingstwochenendtouristen an der Ostsee zeigt sich das Wetter nicht von der besten Seite. Sommer, Sonne, Strand und mehr, das wäre die richtige Mischung für eine schöne Zeit an der Ostsee gewesen. Statt am Strand zu liegen, sind ausgedehnte Strandspazidergänge eine gute Alternative. Und, was soll’s, es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung.

Ich genieße die freie Zeit in meinen vier Wänden. Bin froh, dass ich mal nicht ausrücken muss. Niemand wartet auf mich und ich erwarte niemanden. Die Feiertage habe ich ganz für mich allein und weiß aber momentan nichts damit anzufangen, außer TV schauen oder lesen. Wobei, das Lesen kommt auch noch zu kurz. Ich lese nur am Abend im Bett.

Es erstaunt mich jedoch immer wieder, wie schnell die Zeit mit NICHTS-tun dahin schwindet. Sie löst sich einfach auf, als hätte sie nicht gegeben.

In der Vergangenheit hielt ich mich um diese Zeit auf Mallorca auf und hatte mich unter die Partyleute gemischt. Eine Abwechslung, die nicht jeder Manns Geschmack ist. Ich bin aber auch eine Partymaus und scheue das dichte Gedränge von singenden und tanzenden Menschen nicht. Ganz im Gegenteil, ich finde es sogar spannend, die einfachen Menschen zu beobachten, wenn sie ausgelassen sind. Gut, die über die Strenge schlagen, lassen oft einschlechtes Licht auf die einfachen Menschen fallen. Die Medien berichten nur über sie. Wir, die Normalos wären nicht mal für eine Schlagzeile zu gebrauchen. Das führt nicht selten zur Verzerrung der Realität, also dessen, was man vor Ort vorfindet bzw. erlebt.

In der Tanzbar „Bolero“ verbrachte ich viele Stunden. Livemusik zum Tanz, wo gibt es soetwas heute noch? Ich kenne das nur noch aus meiner Jugendzeit. Heute gibt es fast nur noch Musik zum tanzen aus der Konserve.

Die beiden Künstler im Video, der Gitarrist und die Sängerin, leben beide nicht mehr. Sie verstarben nur ein paar Jahre nach diesem Auftritt überraschend und hinterließen fassungslose Fans, wie mich. Sie erlebten nicht mehr mit. Die Geschäftsführung des Hauses schaffte die Livemusik aus Commerzgründen ganz ab. Sie ersetzte die Livemusik durch Konservenmusik. Mit dem Verschwinden der Band, die sich „Sunny Way“ nannte, verschwand 70% des Spaßes, den ich auf Mallorca hatte, ebenfalls. Der Anreiz ging damit auch verloren. Was bleibt, sind Erinnerungen an eine Zeit, die nicht mehr wieder kommt.

Meine Mutter sagte mir früher oft, dass es wichtig ist zu verstehen, wenn ich als Kind oder junge Frau von etwas erschüttert wurde, „so ist das Leben“.

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