Bald ist es so weit. In drei Wochen geht es für mich ab in die Ferien. Für mich heisst das, ich sehe für 6 Wochen keine Sporthalle von innen mehr und dass sind für mich schon Ferien genug. Ich muss nirgendwohin und werde dann über das Nichts-Tun neue Energie für die Zeit nach den Sommerferien auftanken. Der Freizeitsport der Vereine geht mit den Schulferien in die Sommerpause und diese werde ich für mich ganz allein haben, denn in diesem Sommer geben sich die Enkelkinder die Klinke bei mir nicht in die Hand.
Sie gehen mit ihren Eltern auf Weltreise und legen sich in der Ferne an einen Strand von Hawaii, obwohl der Warnemünder Strand auch immer ein Besuch wert ist.

Ich selber bin ja nicht so der Strandlieger, hab da wenig Ausdauer. Nach einer Stunde bin ich damit meistens durch und flaniere lieber über den alten Strom oder anderswo, wo es Menschen gibt. Wenn die meisten Menschen eher die ruhige Idylle ohne Menschen für sich als erholsam empfinden, mag ich mich sehr gern unter vielen Menschen bewegen. Und wenn es meine Zeit erlaubt, einfach schauen, wie die Menschen sich bewegen, was sie tun, wenn sie gehen oder stehen oder sitzen, wie sie miteinander kommunizieren, wie sie gekleidet sind. Die Menschenwelt ist bunt und vielfältig.
Aber auch so muss ich mir Gedanken darüber machen, was ich mit der ganzen freien Zeit anfange. Und nicht nur auf Glotz-TV mache und die Zeit mit dem scrollen durch die Shorts auf Youtube totschlage. Ich stelle schon seit einiger Zeit fest, dass ich deshalb mich nur noch schwer auf einen langen Film einlassen kann. Während man sich bei Filmen ja auf lange Handlungstränge und eine Vielzahl von Personen einlassen muss, wird man im Minutentakt in den Shorts von einem Thema zum anderen getragen und alles läuft auf die Endlosigkeit hinaus. „Oh, schon wieder die Zeit vergessen. Vor einer Stunde wollte ich doch schon im Bett liegen“. So oder ähnlich musste ich mich selber aus dem „Sumpf der kurzen Filmchen“ ziehen.
Nein, ich will nicht mehr Spielball dieser dumpfen Langeweile sein. Sondern ich will diese wieder kreativ einsetzen, mich damit lebendig werden lassen. Sie soll meinen Gehirnwindungen neue Wege aufzeigen, sie auf Reise schicken um neue Strecken auszukundschaften. Strecken, die mich nicht Verblöden lassen, sondern meine Innenwelt widerspiegeln.



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