Nach einer Woche Ferien vom Freizeitsport fühle ich mich jetzt schon erholt. Allerdings fehlt mir noch immer der Plan, was ich mit der Freizeit anfangen werde. Für jede Sportstunde, ob für Groß oder Klein, hatte ich einen Plan vorbereitet. So richtig auf Zettel, die mit Strickmännchen von mir eigenhändig gezeichnet wurden. Nicht immer setzte ich ihn 1 :1 um, aber die Struktur der Stunde war schon mal vorgegeben.
Eine Struktur für meine Freitzeit habe ich allerdings noch nicht wirklich. Außer eben das üblich, was man Hausfrauenarbeit nennt. Der Sohn verbringt seine Krankschreibung in Rostock, seine Dienstwohnung übernimmt gegenwärtig die Vertretung, die man für ihn anstellen musste.

Sein Zimmer mit Ausblick auf die Mollibahn hat er gegen den spartanischen Ausbilck auf den Parkplatz vor meiner Wohnung ausgetausch. Bis das Daumegelenk nach dem epileptischen Anfall – es wurde vor 14 Tage mit Drähten wieder in Stellung gebracht – wieder einsatzfähig ist, kann es dauern. Bis es soweit ist, vertreibt er sich die Zeit auf Youtube. Ich warte auf den Moment, das ihn das aus den Hals hängt und er nach sinnvoller Beschäftigung Ausschau hält. Eine Beschäftigung, bei der man nicht den rechten Daumen braucht, oder alles mit links machen kann.
Als ich das kurze Video machte, standen wir an der Bushaltesstelle Kühlungsborn Mitte. Als wollte die Molli sich verabschieden, fuhr sie noch einmal an uns mit Gebimmel vorbei. Sie ist eine historische Attraktion für die Touristen. Für mich war füher eine ähnliche Bimmelbahn noch eine ganz normale alltägliche Nahnverkehrsmöglichkeit, um zur Schule und später Arbeit zu kommen. Romantische Erinnerungen, die bei dem Anblick der Molli wieder wach werden.

Für die Strecke von 7 km brauchte die Bimmelbahn – die Rügensche Kleinbahn – mehr als 30 Minuten, vielleicht sogar länger. Im Winter waren die Fahrten mit der Bimmelbahn mit Abenteuer verbunden. Die Winter waren damals noch Winter, zumindest in meiner Erinnerung, d.h.auch Schneewehen waren keine Seltenheit. Zwar schob die Bahn ihren Schneepflug selbstständig vorweg, aber hatte es die Nacht weiter gestürmt und geschneit, war unser Dorf von Rest der Welt abgeschnitten. Stürmte und schneite es allerdings tagsüber, mussten wir bei Wind und Wetter zu Fuß die 7 km af Schusters Rappen nach Haus stiefeln . Und das in der Zeit, als Miniröcke grade hochmodern waren. Da ist ein Wunder, dass ich mir damals nur ein paar Frostbeulen an den Zehen holte und mir nicht sonstwas abgefroren habe. Im Januar 1970 wurde die von mir beschrieben Strecke still gelegt. (verlinke Seite wird auf dem Browser als nicht sicher eingestuft)
Im Zuge meiner Internetsuche fand ich die oben verlinkte Internetseite, die die alten stillgelegten Strecken noch einmal beschrieb. Jemand, der die Fotos machte klapperte alle alten Haltestellen ab. Das verfallene Gutshaus, das auf dem ersten Bild zu sehen ist, lag genau gegenüber von meinem Elternhaus und hinter dem Gutshaus verlief die Bahnstrecke. Nachden das Gutshaus schon zu DDR-Zeiten nicht mehr als Wohn- und Schulgebäude genutzt wurde, lag es bis heute brach und war dem Zerfall überlassen. Jetzt sollen allesdings weider Wohnräume dort entstehen. Hoffen wir das Beste.






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