Wohin mit der Zeit…

…wenn man plötzlich mehr Freizeit als Pflichten hat. Zur Zeit gibt es keine Aufreger oder keine Aufgaben, die ich dringend lösen muss. Ich sitze in meinem Wohnzimmer und schaue nebenbei durch die geöffnete Balkontür, während ich hier schreibe. Die Kinder im Innenhof machen ihren üblichen Lärm, eins davon übt an einem dramatischen Brüller. Vielleicht findet das Kind den Sound seiner Stimme besonders interessant.

Kinderlärm stört mich nie, es sei denn, ich verstehe dabei eigenes Wort nicht mehr. Im Wohnzimmer läuft weder der Fernseher so vor sich hin, noch ein Radio . Nichts, was mich ablenken könnte.

Ich hab grade mein Buch zur Seite gelegt, indem ich bis jetzt gelesen habe. Ein historischer Roman von Miriam Georg „Das Tor zur Welt: Träume“. Die Geschichte beginnt 1892 und begleitet das kleine Mädchen Ave -14 Jahre – das in einer Familie aufwächst, die als Moor-Bauern ihr Überleben sicher muss. Harte Arbeit für ein entbehrungsreiches Leben. Damit eine Familie vom Moor leben bzw. Überleben kann, müssen auch die Kinder auf dem Hof mitarbeiten. Nur selten können sie, wenn überhaupt zur Schule. Die Geschichte wird aus der Sicht der 14 jährigen erzählt, d.h. man erlebt als Leser die Härte für die Kinder von damals direkt mit. Statt spielen und Kind sein dürfen, wie die Kinder heute ihre Zeit verbringen dürfen, durften die Kinder von damals nur davon  träumen.

Bild habe ich von Gemini erstellen lassen

All die historischen Fakten der damaligen Zeit hat die Buchautorin präzise mit eingearbeitet. So erfuhr ich über den Roman, dass in Hamburg 1892 ein Cholera Epidemie ausbrach, die vielen Menschen das Leben kostete.

Ich lese ab und an gern einmal historische Romane und wenn sie gut recherchiert sind, nehme ich sogar den Geschichtsunterricht nebenbei mit. Aber was mir dabei auch wichtig ist, dass ich mir vor Augen führen kann, wie gut es uns doch heute geht. Wir leben in einer Zeit, in der wir unsere Träume verwirklichen können und schon lange nicht mehr in einer Welt, in der Träume der Zuflucht vor der harten realen Welt der einzige Weg ist.

Neuer Markt – neu gestaltet

Also ich denke, dass ich mit dem Buch meine Freizeit ganz gut genutzt habe. Beim recherchieren über das Buch sah ich eben fest, dass die Buchautorin noch einen 2. Band nachgeschoben hat. „Das Tor zur Welt: Hoffnung“ . Puh ..da werden wohl noch ein paar schlaflose Nächte folgen. Natürlich will ich wissen, wie es mit der kleinen Ave weiter geht, nachdem sie als einzige in der kleinen Familie die Cholera überlebt hat.

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