…dann werden wir wissen, wie die Mecklenburger wahltechnisch so drauf sind. Die Umfragen ähneln denen, der in Sachsen Anhalt. Das es mal soweit kommen würde, hätte ich mir in den schlimmsten Träumen nicht vorstellen können. Erwarten die Menschen wirklich eine bessere Zukunft von dem rechten Lager?
Ich frage mich, was das rechte Lager abdeckt, was die Parteien der Mitte ihnen nicht geben können? Oder wird ihnen noch immer nachgetragen, dass man ihnen während der Pandemie einen Mundschutz verordnet hat? Ja…so banal kann das Nachtragen auch sein. Ausgehend davon, dass Freiheit für viele ein persönlicher Besitz geworden ist, kann es durchaus sein, dass man sich heute noch gekränkt fühlt. Warum reicht der lange Arm der Kränkung bis in die heutige Zeit hinein? In eine Zeit, in der die Probleme der Regierung ganz andere sind, die sie zu bewältigen haben. Nicht zuletzt, weil das Vorrücken der Autokratie die Weltordnung verändern will.
Wie ich darauf komme? Ein Beispiel aus meinem Umfeld. Seinen bedauernswerten Blick, mit dem er mich damals ansah, als ich meinen Mundschutz brav anwendete, sehe ich heute noch. Er sah mich an, als wäre ich nun endgültig von allen guten Geistern verlassen worden, die blind den Anweisungen folgt. Nun gut, er war ein Alphatier, wie man Menschen nennt, die keine Autorität in ihrem Umfeld dulden. Doch nun kam der Staat ins Spiel, führte sich in seinem Augen als „Alpha“ auf. Er wendete viel Tricks an, damit er sich den Maßnahmen nicht wirklich beugen musste. Auch die Kinder wurden instrumentalisiert und ihnen wurde klar gemacht, dass der Staat irre geworden wäre.
Ich stand vor einer Person, die ich zuvor wertschätzte und nun nicht mehr wieder erkannte. Während er mich eher mitleidig ansah, wusste ich nicht mehr, mit wen ich es überhaupt zu tun habe. Was steckte in den Menschen drin, was ich vorher nicht sah?
Die Zeit verging, die Pandemie ist Geschichte und fast niemand spricht mehr davon. Und wenn doch, dann sieht man wieder die Reaktionen von damals, bei denen, die sich vom Staat damals bevormundet fühlten. Und da sah ich sie wieder, die andere Person, die nicht anders konnte, als sich noch im nachhinein darüber zu beschweren, was man damals während der Pandemie an Mitwirkung der Menschen verlangte, damit das Gesundheitsystem nicht zusammenbricht. Er sprach von „gesunden Menschenverstand“ den man hätte nur einsetzen müssen, um die Willkür des Staates nur zu durchschauen. Er redete sich in Rage, so dass niemand widersprach.
Ich beobachtete nur und sah seine Schneidezähne beim Sprechen. „Fletscht er etwa noch seine Zähne?“ Ja, ich war mir ziemlich sicher. Niemand erwähnte in seiner Gegenward die Maßnahmen der Pandemie jemals wieder. An eine Aufwarbeitung ist nicht zu denken. Die Verletzung und die Kränkung des Egos sitzt viel zu tief.
Am Wochenende wird in Mecklenburg Vorpommen gewählt und die Sorge wächst auch bei mir, das das Ergebnis ähnlich wie in Sachsen Anhalt ausfällt. Wir haben eine SPD-Regierung, die bereits viel für seine Bürger getan hat. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Der Frauentag am 8. März wurde zum Feiertag ausgerufen und was noch ganz ganz wichtig und familienfreundlich ist, in Meck-Pom sind die Kitas kostenlos. Das muss man sich mal reinziehen. Junge Familien werden entlastet, weil sie ihre Kinder kostenlos in den Kitas abgegeben können.
Und jetzt komme ich noch mal zu meinem besagten Bekannten zurück. Er einnerte daran, dass die SPD in 2005 dafür gesorgt hat, dass die Rente versteuert wird. Die Aussage ich nicht falsch, aber in einem falschen Kontex gestellt. Die Rente wird nach einem bestimmten Freibetrag versteuert, aber bis zum Renteneintritt darf der Rentenbeitrag als außergwöhnliche Belastung von den Steuern angesetzt werden. Nur wenn man beides zusammen betrachtet, erkennt man die Absicht dahinter.
Er wollte damit die Rentner mobilisieren, um gegen die SPD anzutreten. Auf eine Rückfrage und den Hinweis auf seine Falschaussage, meinte er nur, er möge Frau Schwesig – die aktuelle Minitserpräsidentin – nicht.
Da ist es wieder, das gekränkte Ego und es trägt nach, solang es kann.
Die Menschen, die ihre Stimme der AfD geben hoffen darauf, das es ihnen besser wird, denn so könne es nicht weiter gehen . Was sie mit „besser gehen“ meinen, sagen sie nicht. Und, was sie mit „so kann es nicht weiter gehen“meinen, auch nicht. Wirtschaftlich geht es den meisten Menschen gut, auch wenn einige sich am Rande am Existenzminimum aufhalten müssen. Dazu gehöre ich auch.
Aber wir leben im Kapitalismus und nicht in einem Schlaraffenland. Das mag jetzt böse klingen, aber ich denke, den Menschen, die sich beklagen, denen geht es vielleicht auch zu gut? Vielleicht müssen die Menschen erst eine Talsohle durchschreiten um zu erkennen, was wirklich wichtig ist?

Gut, mein Bild sieht etwas düster aus. Aber düster könnte es mal werden. Jeder weiß, der arme Mann ist immer dran. D.h. dem armen Mann wird es am stärksten treffen, sollte der Sozialabbau eingeleitet werden.


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