Die Futterstelle vor meinem Balkon war eine gute besuchter Ort für die Spatzen in der nahen Umgebung. Aber auch für der Meisen, die Elstern, der Amseln, der Tauben, ja sogar der Spechte. Die Spechte aus der Nähe, versteckt hinter einer Gardine, zu beobauchten, hat schon was exotisches. Exotisch, wegen der Farbenpracht ihres Gefieders.

Aber, jetzt kommt das „aber“, die Futterstelle zog zahlreiche Tauben an.

Ich machte mir Sorgen, ich könnte deshalb Ärger bekommen, mit den Mietern oder gar mit dem Vermieter. Sicher gibt es dafür auch eine Rechtsgrundlage, die ich aber nicht kenne. Ich stellte die Fütterung vorerst ein.
Mit den Tauben verschwanden auch die kleinen lustigen Gesellen, wie Spatzen und Meisen und mit ihnen das Gezwitscher im Innenhof. Die Spatzen hatten sich aus dem Staub gemacht, sich nach einer sicheren Futterstelle umgesehen. Sie blieben nicht einmal in der Nähe meines Wohnblocks.
Charly Chaplin sollte einmal gesagt haben: „Wer ein hungriges Tier füttert, nährt seine Seele“ Irgendetwas muss dran gewesen sein, denn ich stellte fest, dass mir etwas fehlte. Der erste Gang am Morgen war führer für mich ans Küchenfenster. Von dort aus konnte ich gut versteckt hinter einer Gardine, die lustigen Gesellen, wie man die Spatzen auch nennt, beobachten. Das war schon mal ein guter Start in den Tag. Auch nach dem Entfernen der Futterstelle war mein erster Blick aus dem Küchenfenster. „Achja, da ist niemand mehr, der auf Futter wartet.“ und ich begann den Tag mit einem Seufzen.
Das hab ich wieder abgeändert. Die Futtertselle hängt nun wieder vollgefüllt über der Balkonbrüstung. Jetzt versammeln die lustigen Gesellen auch wieder unter meinem Küchenfenster, warten geduldig Reih und Glied, bis die dran sind. Und irgendwie merke ich schon was. Das Füttern tut meiner Seele gut, ich gehe etwas beschwingter in den Tag . Die Spatzen und ich, wir sind wieder die vertraute Symbiose zwischen Geben und Nehmen eingegangen. Frau gönnt sich ja sonst nichts.







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