Wieder einmal bin ich in Spanien gelandet, auf des Deutschen Lieblingsinsel, Mallorca. Am Freitagabend trafen wir ein. Unsere Vorfreude auf die nächsten 10 Tage wurden augenblicklich eingedämmt, als wir unser schon Ende letzten Jahres reserviertes Zimmer beziehen wollten. JuniorsSuite mit Meerblick.
Die Juniorsuite besteht aus zwei Räumen und hat Unterkunft für 3 Personen. Perfekt für uns drei Mädels, die regelmäßig hier her kommen und dafür die Juniorsuite mit Meerblick buchen. Was in diesem Jahr Juni wie immer war, ist im September nicht mehr aktuell und damit wurden wir überraschend konfrontiert.
Am Gesicht der jungen Dame an der Rezeption war zu erkennen, dass sie ein schwieriges Gespräch mit uns führen muss. Über den Sommer wurde wieder eine neue Regel für die Hotels an der Promenade etabliert. Das dritte Bett in der Juniorsuite darf nur mit Minderjährigen belegt werden und nicht mit älteren Damen, wie mich.
Uns stand die Sprachlosigkeit ins Gesicht geschrieben und Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Wir standen an der Rezeption wie in Beton gemauert, denn guter Rat würde nun teuer werden, wenn einer von uns ein Doppelzimmer zusätzlich buchen muss. Diese Vorschrift wäre eine weitere Maßnahme gegen den Sauftourimus, gegen den die Insel schon seit Jahren vorgeht. „Die Insel ist erschöpft, die Menschen sind erschöpft“ erklärte die junge Frau an der Rezeption uns.

Für mich alles nachvollziehbar, aber nicht ohne mich zu fragen, warum man hier vor Ort so viele Baugenehmigungen für Hotels erteilt hat, gegen das unser Hotel wie eine Hütte aussieht. Seit gut 10 Jahre bin ich regelmäßig hier auf Mallorca und sah in dieser Zeit zahlreiche Hotels aus dem Biden schießen, die eindeutig für den Massentourismus ausgelegt sind. Ich bin mir sicher, das das keine Schwarzbauten sind. Wer, wenn nicht die Regierung der Insel, weiß, was die Insel verkraftet und das schon im Vorfeld. Weniger Hotelbetten, weniger Leute können auf die Insel. Die Geister, die ich rief, sollen nun vergrämt werden.
Aber zurück, zu dem Moment, der uns in Schrecken versetzt hat. „Sie haben im Dezember 2022 schon reserviert“ bemerkte die Kollegin an der Rezeption. Ich sah ihr an, das sie nach einem Ausweg suchte. Sie führte darauf hin ein langes Gespräch mit der Obrigkeit des Hotel. Das brauchte seine Zeit, bis wir endlich erlöst wurden.

„Sie dürfen einziehen. Zimmer 608“ sie lächelte entspannt und uns allen stand die Erleichterung im Gesicht geschrieben. Erschöpft bezogen wir unser vertrautes Hotelzimmer mit Meerblick. An den Mädels nagt noch immer der Begriff „Sauftourismus“. „Wir müssen uns ja nicht angesprochen fühlen“ So denke ich jedenfalls. Aber wir müssen, wie so oft im Leben, für die die Konsequenz mittragen, die sich hemmungslos und ohne Rücksicht ausleben wollen. Auch wenn wir Deutsche an diesem Strandabschnitt fast unter uns sind, bleiben wir Gast in diesem Land.

Achja, bevor wir die SchließKarten für die Zimmertür bekamen, wurde uns auf 2 Seiten – in kleiner Schrift – verfasster Maßnahmekatalog vorgelegt, mit Benimmregeln und anderen Verstößen, für die wir Unterschriften leisten mussten. Darin ist alles zusammen gefasst, was bei nüchternen Verstand unter Dummheit verbucht werden kann und so manchem schon das Leben gekostet hat, wie z. B. von Balkon zu Balkon hangeln, oder vom Balkon in den Pool springen.
Bei Verstöße drohen je nach Schweregrad hohen finanzielle Strafen, die höchste davon kann bis zu einer Höhe von 600 000 € ausfallen. Ein Milliardär zahlt das sicher aus der Portokassen, aber ob so viel Geld bei den kleinen Saufköppen zu holen ist? Schlimmstenfalls zahlt er mit dem Leben.



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