Manchmal stelle ich mich ein bißchen wie der erste Mensch an. In meiner Schreibtischschublade liegt ein flotter Laptop, den ich aber gern links liegen lassen. Stattdessen setze ich mich an meinen lahmen Windows-10-PC, nur weil ich den noch mit Tastaur und Maus bedienen kann. Nicht das mein Laptop keine Tastatur hat, mir fehlt die Maus, mit der ich den Curser über den Blidschirm gleiten lassen. Nur weil ich keinen Bock auf Umgewöhnung habe. Bis ich meinen alten PC in Stellung gebracht habe, habe ich vergessen, worüber ich eigendlich schreiben wollte. Damit ist jetzt Schluss, ich krieg auch mit dem Laptop den Curser im Griff. Nun sitze ich auf meiner Chouch und schreibe, was mir aus dem Kopf „fällt“.
Es gibt wohl kaum eine Schlagzeile, die die Wahlen am Sonntag in Sachsen Anhalt nicht erwähnt. Und nicht nur das, man macht sich schon Gedanken, wie die Welt sich in Sachsen Anhalt ändern wird, wenn die AfD die Wahl gewinn und sie ihre Punkte umsetzt, die an den Stuhlbeinen der Demokratie sägen werden.
Der MDR fürchtet jetzt schon um seine Existenz. Denn, dass lässt sich unschwer nachvollziehen, das Sprachrohr der Demokratie muss aus Sicht der AfD weg. Statt soliden Journalismus werden die Beiträge auf Youtube alles abdeckten, was der Konsument der Nachrichten sucht, d.h. jeder sucht sich die Informationen, die zu ihm passt, die mit dem individuellen Weltbild konvergent sind. Die Alogrithmen sorgen dann dafür, dass man tief in der Kanichenbau des individuellen Weltbildes hinabsteigt. Wir sind ja alle Individualisten und jeder einen Anspruck auf die Bestätigung seines individuellen Weltbildes. Ich weiß, das klingt sarkastisch, aber das soll es auch sein.
Ja, ich bin ein DDR Kind und das steckt immer noch zu gewissen Teilen in mir drin. Aber nicht im Sinne von niederknieen vor Staatshörigkeit, sondern weil ich nicht nur für mich, sondern auch für die Gemeinschaft denke, die Gemeinschaft der kleinen Leute. Und diese werden auf jeden Fall mit dem Wahlsieg der AfD den kürzeren ziehen. Dafür muss ich nicht lange in Klausur gehen. Der Populismus erzählt den Menschen, was sie hören wollen und sind sie erst am Machtdrücker, werden sie die Geldflüsse so beeinflussen, dass sie die Geldsäcke derer füllen, die schon auf Geldsäcke sitzen. Man nennt das plündern oder auch Kleptokratie. Die Autokraten der Welt vernetzen sich weiter und die AfD wird die Vernetzung weiter verdrahten.
Wenn ich an Sachsen denke, denke ich nicht an die Belagerung der Sachsen am Ostdeutschen Strand zu DDR Zeiten während der Sommerzeit. Nein, ich denke an meinem früheren Kollegen, der eine Flüchtlingsgeschichte in seiner Jugend miterleben musste. Mehr als einmal sagte er mir: „Die Sachsen sind alle Verräter“. Von Zeit zu Zeit kam er immer mal wieder mit diesem Satz um die Ecke. Heute kann ich nicht mehr sagen, was der Anlass war, dass er sich an die verrätererischen Sachsen erinnerte. Aber ich errinnere mich noch an den Klang seiner Stimme, wenn er den Satz sprach. Sie klang rauher und tiefer. Obwohl Paul schon vor vielen Jahren verstarb, der Satz vom ihm „Die Sachsen sind alle Verräter“ ist immer noch da, wie ein Vermächtnis.
Die Geschichte dahinter ist schnell erzählt. Paul war als Jugendlicher nach Kriegsende mit einem Flüchtlingstreck aus Polen unterwegs. Dabei durchquerten der Treck auch Sachsen. In Sachsen erfuhren sie keine Hilfe oder Unterstützung. Man hatte ihnen damals auf den Fluchtweg durch Sachsen jede Hilfe verweigert. Ihnen wurde als Hilfesuchende in ihrer Not die Tür vor der Nase zugeschlagen. Das hat ihn geprägt und damit den markaten Satz in sein, später in mein Gehirn mit eingeprägt. Während der letzten Tage höre ich Paul, wie er diesen Satz sagt, mit rauher tiefer Stimme, die von ganz unten kommt: „Die Sachsen sind alle Verräter“
Morgen Abend um diese Zeit werden wir vielleicht schon wissen, ob Sachsen Anhalt grünes Licht für die Plünderer freigeschaltet hat. Da sagte ich mal ganz salopp, der Hehler ist wie der Stehler.
Jetzt noch ein paar Bilder der letzten Tage, die ich hier einfach kommentarlos an den Beitrag anhängen will.






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